Jordanien: Bildung und medizinische Unterstützung für Menschen mit Behinderung

  • In East Amman erhalten Mütter und Kinder mit Hör- und Sehbehinderungen Unterstützung, um den Alltag besser bewältigen zu können. ©Christoph Püschner/DKH
    In East Amman erhalten Mütter und Kinder mit Hör- und Sehbehinderungen Unterstützung, um den Alltag besser bewältigen zu können. ©Christoph Püschner/DKH
  • In Workshops erhalten syrische Flüchtlinge und jordanische Familien Beratung für eine mögliche Berufsausbildung. ©Christoph Püschner/DKH
    In gemeinsamen Trainings-Workshops wird nach der richtigen Jobausbildung für syrische Flüchtlinge und jordanische Jugendliche gesucht. ©Christoph Püschner/DKH
Mehr als 650.000 syrische Flüchtlinge sind in Jordanien offiziell registriert. Die Lebensbedingungen sind für die Flüchtlingsfamilien oftmals katastrophal. Laut Studien des UNHCR lebt zusätzlich in knapp einem Drittel der syrischen Flüchtlingshaushalte in Jordanien mindestens ein Mensch mit Behinderungen. Für sie ist die Bewältigung des Alltags besonders schwierig.

Soziale Ausgrenzung, Disrkriminierung im Arbeitsumfeld, fehlende (Aus-)Bildungsmöglichkeiten: Für Menschen mit Behinderungen gibt es zahlreiche Hürden auf dem Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe.    

Dort setzt die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partnerorganisationen International Orthodox Churches Chartities (IOCC) und Institute for Family Health (IFH) mit diesem Projekt an. Kindern und Erwachsenen mit Behinderungen soll der Zugang zu Bildung geöffnet, die Inklusion in Ausbildungssysteme und den Arbeitsmarkt in Jordanien gefördert und schließlich die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht werden.

In einem ersten Schritt geht es darum, Betroffene zu identifizieren. Freiwilligen-Teams von IOCC sind in East Amman im Einsatz und sprechen mit betroffenen Familien innerhalb der syrischen Flüchtlings-Community und auch der verarmten jordanischen Bevölkerung. Sie erfassen die Daten von Familien mit Menschen mit Behinderung im Haushalt, befragen sie und begleiten sie in weiterer Folge bei den Hilfsmaßnahmen. In der Gesundheitsklinik von IFH werden Kinder und Jugendliche mit Sprachbehinderungen und Sehbeeinträchtigungen untersucht und erhalten Hör- und Sehbehelfe. Anschließend werden Schul- oder Ausbildungsplätze für sie gesucht.

1.250 Kinder und Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen aus der syrischen Flüchtlingsgemeinschaft und der jordanischen Gastgemeinschaft können durch das Projekt direkt erreicht werden. Kinder werden an öffentliche Schulen vermittelt oder erhalten zusätzliche Rehabilitationsmaßnahmen und Therapien.

Für die Inklusion von Erwachsenen in den Arbeitsmarkt werden passende Berufsausbildungsmaßnahmen durchgeführt und Praktika bereitgestellt. Darüber hinaus werden Trainings zu Beschäftigungsfähigkeit abgehalten und Berufsmessen organisiert. Begleitend finden bewusstseinsbildende Maßnahmen für DirektorInnen, LehrerInnen, ArbeitgeberInnen und Familien statt. Indirekt erreicht das Projekt über 6000 Menschen.

Durch das Projekt können nicht nur die Begünstigten ihre Lebensgrundlage verbessern und ihr Einkommen erhöhen, auch Freiwillige aus der syrischen Flüchtlingsgemeinschaft und der jordanischen Gastgemeinschaft werden zu Community-based Rehabilitation Workers ausgebildet, die einen Zugang zu den Gemeinschaften aufbauen. 

Partnerorganisationen: IOCC & IFH

Finanziert durch: Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA)

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