„Ich weiß jetzt, was gesund für meine Kinder ist."

Mittwoch, 24. Juli 2019
Schwangere, Mütter und Neugeborene gehören zu den am stärksten benachteiligten Gruppen im syrischen Krieg. Die 19 Jahre alte Manal ist eine von ihnen. Sie ist zweifache Mutter und musste mit ihrer Familie aufgrund des Krieges aus ihrem syrischen Heimatort Halab in die Bekka Ebene im benachbarten Libanon fliehen. Auf die Gesundheit ihrer Kinder konnte sie damals nur begrenzt achten.

Hilfe für betroffene Schwangere und Mütter

Die 19-jährige Manal (Mitte) hat im Beratungstreffen der Mutter-Kind-Gruppe unter anderem gelernt, wie sie ihre zwei Monate alte Tochter, Bissan, füttern und pflegen soll, um Infektionen zu vermeiden.
Die 19-jährige Manal (Mitte) hat im Beratungstreffen der Mutter-Kind-Gruppe unter anderem gelernt, wie sie ihre zwei Monate alte Tochter, Bissan, füttern und pflegen soll, um Infektionen zu vermeiden.

Während und nach ihrer ersten Schwangerschaft wusste Manal nichts über optimale Ernährungspraktiken. Sie sagt: "Ich habe mich während meiner ersten Schwangerschaft nicht gesund ernährt und wusste nichts über den Umgang mit Babys. Ich habe Baylasan auch Anis, Wasser und Zucker gegeben, was zu gesundheitlichen Problemen für Baylasan führte.“

Als Manal im siebten Monat mit ihrer jüngsten Tochter, Bissan, schwanger war, erfuhr sie von den Mutter-Kind-Gruppen für syrische Flüchtlingsfrauen, welche die Diakonie Katastrophenhilfe gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation International Orthodox Christian Charities (IOCC) betreibt, um die Gesundheit von Flüchtlingsmüttern und ihren Babys zu fördern. Sie wurde in einer dieser Gruppen unter der Leitung von Hoda, einer Krankenschwester mit mehr als 12 Jahren Erfahrung, aufgenommen.

Pro Gruppe kommen 12 geflüchtete Mütter in regelmäßigen Treffen zusammen und werden zu den Themen Gesundheit, Ernährung, Hygiene und Pflege beraten.

„Von Hoda habe ich gelernt, wie wichtig zum Beispiel Folsäure zur Vorbeugung von Geburtsfehlern ist und dass ich vor und nach der Geburt zum Gynäkologen gehen sollte, um mich untersuchen zu lassen. Nachdem ich Hoda kennengelernt hatte, begann ich, die notwendigen Vitamine während der Schwangerschaft einzunehmen, und stand in ständigem Kontakt mit ihr, wenn es um Fragen der Säuglingspflege ging. Ich habe auch sehr von allen Informationen profitiert, die während der Sitzungen der Gruppe gegeben wurden “, sagt Manal.
 

Ich weiß jetzt, dass Stillen für mein Baby viel gesünder ist als Milchpulver. Und ich spare auch noch viel Geld - 13 US-Dollar für jede Dose Milchpulver.

Der Bedarf an Unterstützung ist weiterhin groß

Manal ist nur eine der geflüchteten syrischen Frauen, die am Mutter- und Kinderbetreuungsprojekt der Diakonie Katastrophenhilfe und des IOCC teilnimmt. Die Initiative mit finanzieller Unterstützung des Land Oberösterreich fördert individuelle und gemeinschaftliche Verhaltensänderungen bei der Gesundheit, Ernährung, Hygiene und Pflege von Säuglingen und rüstet Mütter mit wertvollem Wissen aus.

Gesundheitsberaterin Hoda (rechts) arbeitet seit mehr als 12 Jahren als Krankenschwester.
Gesundheitsberaterin Hoda (rechts) arbeitet seit mehr als 12 Jahren als Krankenschwester.

 „Das Bedürfnis nach Gruppen zur Betreuung von Müttern ist bei schutzbedürftigen Frauen in der Bekaa nach wie vor groß“, sagt Hoda, die Gesundheitsberaterin in Manals Gruppe. „Es sind noch große Anstrengungen erforderlich, um Missverständnissen in Bezug auf Stillen, Lebensmittelsicherheit und medizinische Nachsorge bei schwangeren und stillenden Frauen in diesem Bereich entgegenzutreten. Die meisten der geflüchteten Mütter haben falsche Praktiken erlernt oder verfügen nicht über die erforderlichen Kenntnisse, um sich um Kinder zu kümmern.“

Die Gesundheit der zwei Monate alten Bissan ist dank der erlernten Methoden besser als die ihrer älteren Schwester. Sie leidet nicht an Infektionen oder Blähungen aufgrund schlechter Fütterungspraktiken und den damit verbundenen Risiken. Gleichzeitig lernte Manal, wie sie nahrhafte Mahlzeiten für ihre zweijährige Tochter Baylasan zubereitet. „Ich weiß jetzt, was gesund für meine Kinder ist."