„Ich bin jetzt sehr glücklich, weil ich hören kann."

Freitag, 26. Juli 2019
Jordanien: die Ohren eines junges Mädchens werden von einer Ärztin untersucht.
Mayar ist 8 Jahre alt und hat bereits erlebt, was es heißt auf der Flucht zu sein. Gemeinsam mit ihrer Familie musste sie aufgrund des Kriegs in Syrien ins benachbarte Jordanien fliehen. Erschwerend kam hinzu, dass Mayar eine Hörbehinderung hat, was ihren Alltag im Zufluchtsland vor allem in der Schule erschwerte.

„Bis vor Kurzem hatte Mayar große Schwierigkeiten in der Schule. Sie konnte die Anweisungen ihrer LehrerInnen nicht hören und konnte nicht vollständig am Unterricht teilnehmen, was sich in ihren Noten negativ niederschlug.“, erzählt ihre Mutter. „Aber auch ihre Mitschüler und Mitschülerinnen wollten mit Mayar wegen ihrer Hörbehinderung kaum etwas zu tun haben und sie hatte nur wenige Freunde.“

Inklusion und Flucht – so hilft die Diakonie Katastrophenhilfe

Aufgrund der Hörbeeinträchtigung war es für die 8-jährige Mayar schwierig, Freunde zu finden.
Aufgrund der Hörbeeinträchtigung war es für die 8-jährige Mayar schwierig, Freunde zu finden.

Mayar ist eines von vielen syrischen Kindern mit Hör- oder Sehschwächen, die gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern aufgrund des Kriegs nach Jordanien geflohen sind. Die ohnehin schwierige Situation geflüchteter Menschen wird oft dadurch verschlimmert, dass sie nur mühevoll Arbeit finden und kein Einkommen für ihren Lebensunterhalt haben.

Mayars Vater hat zwar eine Anstellung auf dem Gemüsemarkt in Amman gefunden, aber ihre Mutter arbeitet nicht, wodurch die achtköpfige Familie finanziell sehr eingeschränkt ist und die nötigen Mittel für die gesundheitlichen Bedürfnisse ihrer Tochter fehlen. Dadurch sind Mayar und ihre Familie doppelt benachteiligt.

Die Diakonie Katastrophenhilfe betreibt mit Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation International Orthodox Christian Charities (IOCC) in Jordanien eine Gesundheitsklinik für Menschen mit Behinderungen, das Institute for Family Health (kurz IFH). Mit lokalen OptikerInnen und AudiologInnen werden Hör- und Sehdiagnosen durchgeführt. Je nach Ergebnis erhalten die PatientInnen dann passende Hörgeräte, Brillen oder andere Behelfe.

Mayar hat vor zwei Monaten angefangen, die Hörgeräte zu tragen. Diese Hilfe hat ihr Leben nachhaltig verändert.
Die Mutter der 8-jährigen Mayar freut sich über die positiv Entwicklung
Die Hör- und Sehdiagnosen im Gesundheitszentrum von IOCC werden von SpezialistInnen durchgeführt.
Die Hör- und Sehdiagnosen im Gesundheitszentrum von IOCC werden von SpezialistInnen durchgeführt.

Mayars Mutter hörte vom Angebot des Gesundheitszentrums und brachte Mayar zur Untersuchung. Nachdem Hörtests durchgeführt und eine Diagnose gestellt wurde, erhielt Mayar ein Hörgerät und dringend nötige Sprachtherapiesitzungen. „Mayar hat vor zwei Monaten angefangen, die Hörgeräte zu tragen. Wir haben einen großen Unterschied bemerkt; Jetzt kann sie besser hören und ihre Sprache hat sich verbessert. Sie ist auch sehr zufrieden, da sich ihre Noten und Interaktion in der Schule verbessert haben. “, freut sich ihre Mutter.

Auch Mayar beendet das Gespräch mit einem Lächeln im Gesicht: „Ich bin jetzt sehr glücklich, weil ich hören kann."