Syrien

Christian

Hilfe für Menschen auf der Flucht

  • Der Krieg in Syrien findet kein Ende. Etwa 400.000 Syrerinnen und Syrer sitzen in Ost-Ghouta Gebiet fest. Foto: ACT/Magnus Aronson
    Familien sind den neuaufgeflammten Gefechten der letzten Wochen im Nordwesten Syriens schutzlos ausgeliefert. ©Mangus Aronson/ACT
  • Ein Vater mit seinem Sohn in
    In den bevorstehenden Wintermonaten erwarten Flüchtlingsfamilien erneut kältere Temperaturen. ©Thomas Lohnes/DKH
  • Mangelernährung bei Kindern ist ein allgegenwärtiges Thema. Im Libanon unterstützt die Diakonie ein Vorsorgeprojekt für werdende und stillende Mütter. ©Paul Jeffrey/ACT
    Mangelernährung bei Kindern ist ein allgegenwärtiges Thema. Im Libanon unterstützt die Diakonie ein Vorsorgeprojekt für werdende und stillende Mütter. ©Paul Jeffrey/ACT
  • Ausgebildete Physiotherapeuten der Partnerorganisation HLID, helfen den Kindern ihre Mobilität zu verbessern. ©Isabelle Uhr/DKH
    In Jordanien erhalten Menschen mit Behinderung fachgerechte Begleitung Zugang zu Bildungsmaßnahmen. ©Isabelle Uhe/DKH
  • In einer Gemeinschaftsküche im Libanon wird Essen für besonders bedürftige Familien zubereitet
    In Gemeinschaftsküchen kochen syrische und libanesische Frauen und versorgen so hunderte Haushalte mit einer warmen Mahlzeit am Tag. ©Paul Jeffrey/ACT
Der Krieg in Syrien und die gewaltsamen Auseinandersetzungen haben seit 2011 unvorstellbares Leid ausgelöst. Es ist eine der größten Flüchtlingskatastrophen unserer Zeit.

Auch im neunten Jahr des Krieges ist die humanitäre Situation verheerend. Nach wie vor ist die Zivilbevölkerung den militärischen Auseinandersetzungen ausgeliefert und über 13 Millionen Menschen auf Humanitäre Hilfe angewiesen. Millionen Menschen wurden vertrieben und sind in angrenzende Länder geflohen. Sie suchen in den Nachbarstaaten wie Jordanien und dem Libanon Schutz. Wir sind seit Jahren in den Ländern aktiv und leisten Hilfe.

AKTUELLE ZAHLEN (laut UNOCHA)

  • Mehr als 13,2 Millionen Menschen in Syrien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen
  • Davon 5,5 Millionen Kinder
  • 6,2 Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht
  • 5,3 Millionen suchen aktuell in den Nachbarstaaten Zuflucht

Nothilfe für zurückgekehrte Familien

Von den tausenden Familien, die in den letzten Jahren ihr Zuhause verlassen, weil ihre Kleinstädte im Kampf zwischen Rebellen und Regierung attackiert wurden, sind viele zurückgekehrt. Denn inzwischen wurde der IS aus der Region vertrieben, doch die Häuser der Menschen sind schwer beschädigt oder zerstört. Allein die beiden Kleinstädte Mhardeh und Sqelbiyah im ländlichen Hama wurden 2017 hunderte Male vom sogenannten „Islamischen Staat“ attackiert. Ihre Häuser bieten ihnen jetzt weder Schutz noch Obdach, die notwendigen Rohstoffe können viele Familien noch nicht finanzieren.

Ein Projekt der Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt 650 Familien dabei, ihre Häuser notdürftig bewohnbar zu machen. Rund 2.100 Menschen wird durch das Projekt ein notwendiges Obdach zurückgegeben. Sie erhalten eine Basis, um sich ihr Leben neu aufzubauen. Die Partnerorganisation GOPA setzt die Reparaturen zusammen mit einer Baufirma um, besonders begünstig werden bedürftige Familien mit Kindern, geringem Einkommen oder alten Menschen, die bisher keine Unterstützung bekommen haben.

Hilfe außerhalb der Camps und in Gastgemeinden

Die Hilfsbereitschaft und -möglichkeiten der Bevölkerung in den aufnehmenden Gemeinden stoßen längst an ihre Grenzen und der Bedarf an humanitärer Hilfe ist noch immer ansteigend. Schwerpunkt der Nothilfe der Diakonie Katastrophenhilfe in den Nachbarländern Syriens ist die Versorgung der Flüchtlingsfamilien sowie die Unterstützung von Gastgeberfamilien und Gemeinden. Dazu gehört die Bereitstellung von Unterkünften, Kleidung, Decken, Öfen und Kohle, Nahrungsmitteln oder Einkaufsgutscheinen, die Zahlung von Mietzuschüssen sowie die Verteilung von Hygieneartikeln und anderem Alltagsbedarf.

Daneben unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Gemeinschaftsküchen im Libanon und hilft durch psychosoziale Unterstützung bei der Bewältigung von Kriegstraumata. Mit Ernährungs- und medizinischer Beratung für schwangere Frauen, Mütter und ihre Säuglinge leistet die Diakonie darüber hinaus einen wichtigen Beitrag um Mangelernährung zu verhindern. 

Zugang zu Bildung für Menschen mit Behinderung

Eine Studie des UNHCR belegt, dass in knapp einem Drittel der syrischen Flüchtlingshaushalte in Jordanien mindestens ein Mensch mit Behinderung lebt. Für sie birgt die Bewältigung des Alltags nicht nur zusätzliche Hürden, auch ihre soziale Teilhabe und Inklusion in (Aus-)Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt findet bisher kaum statt. Mit einem Schwerpunktprogramm für Menschen mit Behinderung in Jordanien arbeitet die Diakonie Katastrophenhilfe an der besseren Einbindung von syrischen Flüchtlingen in die lokale Gemeinschaft. So werden etwa Kinder mit Behinderungen an öffentliche Schulen vermittelt oder erhalten zusätzliche Rehabilitationsmaßnahmen, Behelfe und Therapien. Für die Inklusion in den Arbeitsmarkt werden passende Berufsausbildungsmaßnahmen bereitgestellt und Praktika ermöglicht. Trainings zu Beschäftigungsfähigkeit und Berufsmessen werden abgehalten. Begleitend finden bewusstseinsbildende Maßnahmen für DirektorInnen, LehrerInnen, ArbeitgeberInnen und Familien statt.

So können Sie helfen

Um noch mehr Menschen zu erreichen, ist die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit ihren Partnern auf Spenden angewiesen. Mit zusätzlichen Mitteln kann die Diakonie Katastrophenhilfe die laufenden Maßnahmen weiter unterstützen und außerdem den Fokus auf längerfristige und nachhaltige Unterstützung der betroffenen Menschen legen. 

Online Spenden für Nothilfe in Syrien

Diese Seite wurde aktualisert am 24.07.2019