Syrien

Christian

Hilfe für Menschen auf der Flucht

  • Der Krieg in Syrien findet kein Ende. Etwa 400.000 Syrerinnen und Syrer sitzen in Ost-Ghouta Gebiet fest. Foto: ACT/Magnus Aronson
    Familien sind den neuaufgeflammten Gefechten in Ost-Ghuta und Afrin schutzlos ausgeliefert. ©Mangus Aronson/ACT
  • Ein Vater mit seinem Sohn in
    In den bevorstehenden Wintermonaten erwarten Flüchtlingsfamilien erneut kältere Temperaturen. ©Thomas Lohnes/DKH
  • Mangelernährung bei Kindern ist ein allgegenwärtiges Thema. Im Libanon unterstützt die Diakonie ein Vorsorgeprojekt für werdende und stillende Mütter. ©Paul Jeffrey/ACT
    Mangelernährung bei Kindern ist ein allgegenwärtiges Thema. Im Libanon unterstützt die Diakonie ein Vorsorgeprojekt für werdende und stillende Mütter. ©Paul Jeffrey/ACT
  • Ausgebildete Physiotherapeuten der Partnerorganisation HLID, helfen den Kindern ihre Mobilität zu verbessern. ©Isabelle Uhr/DKH
    In Jordanien erhalten Menschen mit Behinderung fachgerechte Begleitung Zugang zu Bildungsmaßnahmen. ©Isabelle Uhe/DKH
  • In einer Gemeinschaftsküche im Libanon wird Essen für besonders bedürftige Familien zubereitet
    In Gemeinschaftsküchen kochen syrische und libanesische Frauen und versorgen so hunderte Haushalte mit einer warmen Mahlzeit am Tag. ©Paul Jeffrey/ACT
Der Krieg in Syrien findet kein Ende. Innerhalb weniger Tage sind alleine in Ost-Ghuta nahe Damaskus hunderte Menschen ums Leben gekommen. Etwa 400.000 Syrerinnen und Syrer sitzen in dem Gebiet fest. Familien haben keinen Ort, an dem sie sich vor den Luftangriffen schützen können. Auch in Afrin im Norden Syriens und an weiteren Orten des Landes eskaliert die Gewalt wieder. Mehr als 13 Millionen Syrer sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Mittlerweile haben über 15 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Die UN schätzt, dass 13.1 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, darunter 5.8 Millionen Kinder. Im Frühjahr 2012 startete die Diakonie Katastrophenhilfe ihre Hilfsaktivitäten in der Region und unterstützt seitdem fortlaufend Menschen die aufgrund der schweren Kämpfe innerhalb des Landes vertrieben werden oder in den Nachbarstaaten Irak, Jordanien, Libanon und Türkei Schutz suchen. In den vergangenen Monaten hat die Diakonie Katastrophenhilfe mit Hilfsmaßnahmen direkt auf syrischem Boden begonnen.

AKTUELLE ZAHLEN (laut UNOCHA)

  • Mehr als 13,1 Millionen Menschen in Syrien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen
  • Davon 5.8 Millionen Kinder
  • 6,1 Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht
  • 5,1 Millionen suchen aktuell in den Nachbarstaaten Zuflucht

Nothilfe für zurückgekehrte Familien

Von den tausenden Familien, die in den letzten Jahren ihr Zuhause verlassen weil ihre Kleinstädte im Kampf zwischen Rebellen und Regierung attackiert wurden, sind viele zurückgekehrt. Denn inzwischen wurde der IS aus der Region vertrieben, doch die Häuser der Menschen sind schwer beschädigt oder zerstört. Allein die beiden Kleinstädte Mhardeh und Sqelbiyah im ländlichen Hama wurden 2017 hunderte Male vom sogenannten „Islamischen Staat“ attackiert. Ihre Häuser bieten ihnen jetzt weder Schutz noch Obdach, die notwendigen Rohstoffe können viele Familien noch nicht finanzieren.

Ein Projekt der Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt 650Familien dabei, ihre Häuser notdürftig bewohnbar zu machen. Rund 2.100 Menschen wird durch das Projekt ein notwendiges Obdach zurückgegeben. Sie erhalten eine Basis, um sich ihr Leben neu aufzubauen. Die Partnerorganisation GOPA setzt die Reparaturen zusammen mit einer Baufirma um, besonders begünstig werden bedürftige Familien mit Kindern, geringem Einkommen oder alten Menschen, die bisher keine Unterstützung bekommen haben.

Zugang zu Bildung für Menschen mit Behinderung
Eine Studie des UNHCR belegt, dass in knapp einem Drittel der syrischen Flüchtlingshaushalte in Jordanien mindestens ein Mensch mit Behinderung lebt. Für sie birgt die Bewältigung des Alltags nicht nur zusätzliche Hürden, auch ihre soziale Teilhabe und Inklusion in (Aus-)Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt findet bisher kaum statt. Mit einem Schwerpunktprogramm für Menschen mit Behinderung in Jordanien arbeitet die Diakonie Katastrophenhilfe an der besseren Einbindung von syrischen Flüchtlingen in die lokale Gemeinschaft. So werden etwa Kinder mit Behinderungen an öffentliche Schulen vermittelt oder erhalten zusätzliche Rehabilitationsmaßnahmen und Therapien. Für die Inklusion in den Arbeitsmarkt werden passende Berufsausbildungsmaßnahmen bereitgestellt und Praktika ermöglicht. Trainings zu Beschäftigungsfähigkeit und Berufsmessen werden abgehalten. Begleitend finden bewusstseinsbildende Maßnahmen für DirektorInnen, LehrerInnen, ArbeitgeberInnen und Familien statt.

Winterhilfe für Vertriebene
In den Wintermonaten spitzt sich die humanitäre Notlage alljährlich besonders zu. Die Temperaturen schwanken zwischen 0 und Minus 10 Grad. Die Unterkünfte, in denen viele intern Vertriebene sowie die aufnehmenden Gastgemeinden wohnen, sind mangelhaft isoliert. Durch Kriegsschäden wie Bombeneinschläge sind viele Unterkünfte kalt und nur schwer oder gar nicht beheizbar. Es fehlt an allem: Warme Decken, Winterkleidung und Matratzen. Vor allem Kinder leiden sehr unter der Kälte.

Unter den Begünstigten sind viele Familien, die allein von Frauen geführt werden. Diese Haushalte sind besonders am und bedürftig. Für warme Kleidung bleibt da kein Geld.
Vera Voss, Regionalbüro Jordanien

Hilfe außerhalb der Camps und in Gastgemeinden

Die Hilfsbereitschaft und -möglichkeiten der Bevölkerung in den aufnehmenden Gemeinden stoßen längst an ihre Grenzen und der Bedarf an humanitärer Hilfe steigt weiter an. Schwerpunkt der Nothilfe der Diakonie Katastrophenhilfe in den Nachbarländern Syriens ist die Versorgung der Flüchtlingsfamilien vor allem außerhalb der Camps sowie die Unterstützung von Gastgeberfamilien und Gemeinden. Dazu gehört die Bereitstellung von Unterkünften, Kleidung, Decken, Öfen und Kohle, Nahrungsmitteln oder Einkaufsgutscheinen, die Zahlung von Mietzuschüssen sowie die Verteilung von Hygieneartikeln und anderem Alltagsbedarf.
Daneben unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Gemeinschaftsküchen im Libanon und hilft durch psychosoziale Unterstützung bei der  Bewältigung von Kriegstraumata. Mit Ernährungs- und medizinischer Beratung für schwangere Frauen, Mütter und ihre Säuglinge leistet die Diakonie darüber hinaus einen wichtigen Beitrag um Mangelernährung zu verhindern. Im Syrien selbst erhalten chronisch-kranke Menschen Medikamente und medizinische Betreuung.

So können Sie helfen

Um noch mehr Menschen zu erreichen, ist die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit ihren Partnern auf Spenden angewiesen. Mit zusätzlichen Mitteln kann die Diakonie Katastrophenhilfe die laufenden Maßnahmen weiter unterstützen und außerdem den Fokus auf längerfristige und nachhaltige Unterstützung der Begünstigten legen. 

Online Spenden für Nothilfe in Syrien

Diese Seite wurde aktualisert am 24.02.2018