Somalia: Schulbildung für Vertriebene

  • Nur etwa jedes vierte Kind geht in Somalia zur Schule. ©Ismail Taxte/DKH
  • Vor allem für Mädchen ist der Schulbesuch ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit. ©Ismail Taxte/DKH
  • Insgesamt 3.000 Schülerinnen und Schülern wird durch dieses Projekt der Zugang zu Bildung ermöglicht. ©Ismail Taxte/DKH
  • Mit Gutscheine finanzieren die Kinder die Schulgebühren und Lernmaterialien. ©Ismail Taxte
    Mit Gutscheinen für Schulgebühren und Lernmaterialien wird eine sichere Verwendung der Gelder garantiert und die lokale Wirtschaft angekurbelt. ©Ismail Taxte/DKH
  • Unterrichtet werden die Kinder von LehrerInnen, die selbst Vertriebene sind und ebenfalls in den Camps wohnen. ©Ismail Taxte/DKH
  • In den Camps in Mogadishu leben hunderttausende Menschen. ©Ismail Taxte/DKH
Die Einschulungsrate in Somalia ist eine der niedrigsten weltweit: Laut UN Schätzungen gehen 70% oder 3 Millionen von 4,4 Millionen Kindern im schulpflichtigen Alter nicht zur Schule. Unter den im Zuge des langjährigen Bürgerkriegs intern Vertriebenen ist die Lage noch verheerender, vor allem für Mädchen. Es gibt nur wenige Schulen in den Lagern und diese sind kostenpflichtig. Die Familien sind schlichtweg zu arm und haben für Lernmaterialien und Schulgeld kein Geld.

Inzwischen haben zwei Generationen an jungen Menschen in Somalia eine nur sehr lückenhafte Schulausbildung – wenn überhaupt. Mädchen sind hier besonders benachteiligt, denn in der patriarchal geprägten somalischen Gesellschaft messen die Eltern der Bildung der Töchter nur wenig Bedeutung bei. Neben der Bildung der Kinder kommt dem Schulbesuch auch eine wichtige psychologische und schützende Funktion zu. Viele der Familien in den Flüchtlingslagern mussten aus von der Al Shabaab kontrollierten Gebieten fliehen, weil ihnen Gewalt angedroht wurde. Der Schulbesuch bietet für die Kinder neben der wichtigen Bildung auch Ablenkung im harten Dasein in den Lagern und schützt die Kinder bestmöglich vor einer möglichen Rekrutierung durch militante Gruppen und Milizen.

So helfen wir

In den Vertriebenen-Camps in Banadir verbessert die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit ihrer Partnerorganisation DBG die Grundversorgung der Vertriebenen. In temporären Lernstätten, die in einer ersten Projektphase errichtet wurden, erhalten insgesamt 3000 Schülerinnen und Schüler durch das Projekt Zugang zu Bildung. Bei der Auswahl der begünstigten Kinder wird darauf geschaut, dass diese aus besonders bedürftigen Familien sind, die sonst keine Chance auf Grundbildung haben: beispielsweise Familien, die von Frauen geführt werden oder die überdurchschnittlich viele Kinder haben.

Um die Schule zu besuchen, werden pro Kind zwei Gutscheine (für jeweils ein Halbjahr) ausgegeben. Die Gutscheine sind nur gegen Schulgebühren und Lernmaterialien einzulösen.

Im Projekt wird besonders darauf geachtet, dass Mädchen gleichwertigen Zugang zu Bildung erhalten. Für Mädchen ist es beispielsweise wichtig, dass sie während ihrer Menstruation über angemessene Toiletten in der Schule verfügen. Wenn das nicht der Fall ist bleiben sie jeden Monat drei oder vier Tage lang zu Hause. Durch diese Fehlstunden verlieren sie leichter den Anschluss und brechen letztendlich oft die Schule ganz ab. Um dies zu verhindern bekommen die Mädchen Pakete mit Monatshygieneprodukten, die Latrinen und Handwaschmöglichkeiten an allen Schulen werden verbessert und Hygienetrainings für alle SchülerInnen angeboten.

Unterrichtet werden die Mädchen und Buben von LehrerInnen, die selbst Vertriebene sind und ebenfalls in den Camps wohnen. 150 ausgebildete LehrerInnen, die Hälfte davon Frauen, was weit über dem nationalen Durchschnitt von 15% liegt, erhalten so die Möglichkeit zu unterrichten und ein eigenes Einkommen zu erzielen. Sie erhalten keine Grundzahlung, sondern bekommen von unserer Partnerorganisation DBG die Gutscheine der Kinder, die sie dann auf der Bank gegen ihr Gehalt tauschen können. Durch diesen Ansatz führen die LehrerInnen ihre Lernstätten als einkommensschaffende Maßnahmen: Eine würdevolle Form der Hilfe.

Partnerorganisation: Daryeel Bulsho Guud (DBG)

Finanziert durch: Spenden

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