Somalia: Schulbildung für Vertriebene

  • Nur etwa jedes vierte Kind geht in Somalia zur Schule. ©Ismail Taxte/DKH
  • Vor allem für Mädchen ist der Schulbesuch ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit. ©Ismail Taxte/DKH
  • Insgesamt 2.880 Schülerinnen und Schülern wird durch dieses Projekt der Zugang zu Bildung ermöglicht. ©Ismail Taxte/DKH
  • Mit Gutscheine finanzieren die Kinder die Schulgebühren und Lernmaterialien. ©Ismail Taxte
    Mit Gutscheinen finanzieren die Kinder die Schulgebühren und Lernmaterialien. ©Ismail Taxte/DKH
  • Unterrichtet werden die Kinder von LehrerInnen, die selbst Vertriebene sind und ebenfalls in den Camps wohnen. ©Ismail Taxte/DKH
  • In den Camps in Mogadishu leben hunderttausende Menschen. ©Ismail Taxte/DKH
Die Einschulungsrate in Somalia ist eine der niedrigsten weltweit: Nur etwa jedes vierte Kind geht zur Schule. Unter den im Zuge des langjährigen Bürgerkriegs Vertriebenen ist die Lage noch verheerender: Im Khada Distrikt, der zu den Camps von Mogadischu gehört, gehen nur knapp 16% der Kinder zur Schule. Ihre Familien sind schlichtweg zu arm - für Lernmaterialien und Schulgeld haben sie keine Mittel. Zudem gibt es auch nur wenige Schulen in den Lagern.

Inzwischen haben zwei Generationen an jungen Menschen in Somalia eine nur sehr lückenhafte Schulausbildung – wenn überhaupt. Mädchen sind hier besonders benachteiligt, denn in der patriarchal geprägten somalischen Gesellschaft messen die Eltern der Bildung der Töchter nur wenig Bedeutung bei. Neben der Bildung der Kinder kommt dem Schulbesuch auch eine wichtige psychologische und schützende Funktion zu. Der Schulbesuch bietet Abwechslung und Ablenkung im harten Dasein in den Lagern und schützt und stärkt die Kinder vor einer möglichen Rekrutierung durch militante Gruppen und Milizen.

In den Vertriebenen-Camps in Banadir verbessert die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit ihrer Partnerorganisation DBG die Grundversorgung der Vertriebenen und errichtet temporäre Lernstätten. Insgesamt 2.880 Schülerinnen und Schülern wird durch dieses Projekt der Zugang zu Bildung ermöglicht. Die Auswahl begünstigt Kinder aus besonders bedürftigen Familien, die sonst keine Chance auf Grundbildung hätten: beispielsweise Familien, die von Frauen geführt werden oder die überdurchschnittlich viele Kinder haben.

Um die Schule zu besuchen, werden pro Kind zwei Gutscheine (für jeweils ein Halbjahr) ausgegeben. Die Gutscheine sind nur gegen Schulgebühren und Lernmaterialien einzulösen. Unterrichtet werden die Kinder von LehrerInnen, die selbst Vertriebene sind und ebenfalls in den Camps wohnen. 150 LehrerInnen erhalten so die Möglichkeit, zu unterrichten und damit ein Einkommen zu erzielen. Sie bekommen von DBG keine Grundzahlung, sondern erhalten die Gutscheine der Kinder, die sie dann auf der Bank gegen ihr Gehalt tauschen können. Durch diesen Ansatz führen die LehrerInnen ihre Lernstätten als einkommensschaffende Maßnahmen: Eine würdevolle Form der Hilfe.

Partnerorganisation: Daryeel Bulsho Guud (DBG)

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