"Meine Gemeinschaft vor einem Monster retten..."

Dienstag, 30. Juni 2020
Sasteha Nor Abdi arbeitet in der Bewusstseinsbildung für unsere Partnerorganisation CPD in Somalia. Im Interview berichtet sie über ihre Arbeit in der Covid-19 Prävention in den Communities.
  • Covid-19 Präventionsmaßnahmen Somalia

Sasteha Nor Abdi wurde ausgebildet, um Community Mobilisierung für Covid-19 Prävention zu betreiben. Schon zuvor war sie in der Bewusstseinsbildung und Mobilisierung der Gemeinschaft für unsere Partnerorganisation CPD tätig. Aber jetzt geht es darum, Wissen über Covid-19 zu vermitteln – über diese Krankheit, die selbst die höchst entwickeltsten Gesundheitssysteme der Welt an ihre Grenzen bringt. Erschwert wird ihre Arbeit durch in der Gesellschaft weit verbreitete Fehlinformationen.

Bewusstsein für Covid-19 Prävention schaffen

Ausbildung Freiwilliger zur Bewusstseinsbildung für Covid-19 Prävention
Im Rahmen der Ausbildung Freiwilliger zur Bewusstseinsbildung für Covid-19 Prävention werden Inhalte vermittelt, die von den TeilnehmerInnen dann in die Gemeinschaft getragen werden.

„Wir sind eine Gemeinschaft mit sozialen Werten und Überzeugungen, die alle Bemühungen zur Bekämpfung von Ausbrüchen wie der Covid-19-Pandemie erschweren. Es gibt viele Missverständnisse und Fehlinformationen im Zusammenhang mit der Pandemie, und mein Volk ist der Meinung, dass dies eine Krankheit für Nicht-Somalier und Nicht-Muslime ist. Daher ist es eine schwierige Aufgabe, sie auf ihre Auswirkungen aufmerksam zu machen.

Hartnäckige Fehlinformationen, auch auf nationaler Ebene, begannen langsam zu bröckeln als in Somalia am 16. März 2020 der erste Fall von Covid-19 gemeldet wurde. Das Gesundheitssystem in Somalia ist schwach und ein großflächiger Ausbruch kann nicht bewältigt werden. Örtliche Gesundheitszentren haben bereits Probleme mit der Behandlung von Grunderkrankungen. Prävention und frühzeitige Reaktion sind daher die einzige Hoffnung.

"Als ich am 30. Mai 2020 zum Community Health Mobilizer ausgebildet wurde, wusste ich, dass es eine von Gott gesandte Gelegenheit war, meine Fähigkeiten zu verbessern und meine Community vor diesem Monster zu retten, dessen Gefährlichkeit ihnen nicht bewusst war."
Zusammen mit einem Team anderer Freiwilliger besuchen wir öffentliche Orte, wie Märkte und Teestuben, um die Gemeinde zu sensibilisieren und ihnen beizubringen, wie sie sich vor dem Coronavirus schützen und wie sie Patienten mit Covid-19-Symptomen behandeln können.

Wir unterrichten Gemeindemitglieder, darunter auch Jugendgruppen, wie vorbeugende Maßnahmen getroffen werden können, wie soziale Distanzierung, Händewaschen, Verwendung von Masken, Selbstisolierung und Isolierung von Patienten, ebenso Infos zu medizinischen und Behandlungsrichtlinien sowie anderen Reaktionsmaßnahmen. Auch arbeiten wir mit wichtigen Gemeindesegmenten wie Ältesten, religiösen Führern und Frauengruppen zusammen, um unsere Botschaft in die Haushalte zu bringen.

Dank unserer Bemühungen haben die lokalen Gemeinschaften nun akzeptiert, dass COVID-19 real ist. Reaktionsmaßnahmen werden gesetzt. Auf dieser Erfahrung aufbauend können wir jetzt daran arbeiten mehr Menschen in Hobyo, Wisil und Umgebung zu erreichen. Unsere größte Bedrohung waren Fehlinformationen und Missverständnisse. Ich freue mich, heute mitteilen zu können, dass die Menschen jetzt besser über die Covid-19-Pandemie informiert sind als zuvor und wissen, wie sie mit Patienten und Verdachtsfällen umgehen müssen, ganz zu schweigen davon, sich selbst zu schützen."