Jemen

Christian

Nothilfe gegen Hunger und Krankheiten

  • Gemessen an der Einwohnerzahl ist es aktuell die größte humanitäre Krise weltweit. Foto: Gressmann / Diakonie Katastrophenhilfe
  • Mehr als 17 Millionen Menschen im Jemen haben keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser. Foto: Gressmann / Diakonie Katastrophenhilfe
  • Zwei Millionen Kinder unter 5 Jahren sind mangelernährt. Foto: Gressmann / Diakonie Katastrophenhilfe
  • Mehr als 17 Millionen Menschen im Jemen haben keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser.
    Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen haben wir Projekte zur Prävention von Cholera, zu verbesserter Trinkwasserversorgung sowie zur Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung gestartet. Foto: Gressmann / Diakonie Katastrophenhilfe
Es ist die größte humanitäre Krise der Welt. Der seit 2015 anhaltende Konflikt im Jemen hat das Land in eine unermessliche Not gestürzt. Von 30,5 Millionen Einwohnern sind 24 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen – das sind 80 Prozent der Bevölkerung.

Seit der Eskalation des Konflikts zwischen Houthi-Rebellen und der Regierung im März 2015 ist der Jemen in zwei Teile gespalten: der Nordwesten des Landes um die Hauptstadt Sana’a steht unter Kontrolle der Houthi-Stammesbewegung, während der südöstliche Teil in den Händen der international anerkannten Regierung liegt, die derzeit in der Hafenstadt Aden ansässig ist. Durch die Kämpfe wurden bislang mehr als 3,6 Millionen Menschen aus ihren Heimatorten vertrieben und leben unter oftmals menschenunwürdigen Bedingungen in notdürftigen Camps.  

Zerstörte Lebensgrundlage treibt Menschen in die Not

Mehr als 20 Millionen Menschen im Jemen leiden an Hunger, zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt, fast 18 Millionen Menschen haben keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser oder sanitären Anlagen.

Die Infrastruktur des Landes, das ohnehin zu den ärmsten der Welt zählt, ist aufgrund des Konfliktes völlig zusammengebrochen. Die Lebensgrundlagen der Bevölkerung, die vor allem auf Viehzucht und Fischfang basiert haben, wurden zerstört. Durch mangelndes Einkommen können Millionen Menschen ihren Nahrungsmittelbedarf nicht mehr decken. Zwei Drittel der Bevölkerung leiden an Nahrungsmittelunsicherheit, mehr als 7 Millionen Menschen sind abhängig von Ernährungshilfen. Rund 2 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt, was sie zudem besonders anfällig für Krankheiten macht.

Neben dem Hunger ist das Leben der Menschen im Jemen vor allem durch die tödliche Infektionskrankheit Cholera bedroht. Seit 2015 haben bereits mehr als 3.500 Menschen ihr Leben an die gefährliche Durchfallerkrankung verloren. Allein in der ersten Jahreshälfte 2019 wurden 460.000 Verdachtsfälle gemeldet, im gesamten vergangenen Jahr waren es 371.000. Die Ausbreitung der Cholera einzudämmen gehört zu den größten humanitären Herausforderungen im Jemen.

Zahlen & Fakten Jemen (UN)

  • 24 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen
  • 17,8 Millionen Menschen ohne sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser oder sanitären Anlagen
  • 2 Millionen Kinder unter 5 Jahren sind mangelernährt
  • Mehr als 460.000 Cholera-Verdachtsfälle im 1. Halbjahr 2019

So hilft die Diakonie Katastrophenhilfe

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat im Juli 2019 von der Regierung in Aden eine offizielle Registrierung als Hilfsorganisation im Jemen erhalten. Dadurch können Projekte jetzt einfacher umgesetzt und ausgebaut werden. Auch im Jemen arbeitet die Diakonie Katastrophenhilfe mit lokalen Partnerorganisationen zusammen.

Trinkwasserversorgung sicherstellen und Cholera stoppen

Die Diakonie Katastrophenhilfe verbessert gemeinsam mit den Partnerorganisationen Abs Development for Woman and Child Organisation (ADO) und Yemen Family Care Association (YFCA) die Hygienesituation der Menschen und beugt so lebensgefährlichen Krankheiten wie Cholera vor. Die ansässige Bevölkerung sowie durch den Konflikt intern Vertriebene in den Regierungsbezirken Hajjah und Shabwa werden mit Hygiene-Kits ausgestattet und nehmen an Aufklärungsmaßnahmen zu Hygiene teil. Außerdem werden Latrinen errichtet, damit auch die sanitäre Versorgung der Familien gewährleistet ist. Öffentliche Trinkwasserstellen werden gewartet und instandgesetzt. Zudem wird durch Tanklastwagen und Wasseraufbereitungstabletten die Versorgung mit sauberem Trinkwasser verbessert.

Ernährung sichern

Um Hunger und Mangelernährung zu bekämpfen, hat die Diakonie Katastrophenhilfe im Distrikt Mokhaa des Regierungsbezirks Taizz ein Nothilfeprojekt gestartet, das die Ernährung der Bevölkerung verbessert. Gemeinsam mit der erfahrenen Partnerorganisation For All Foundation for Development (FAF) werden in Al-Hayee und Yahktual Bäckereien durch Ausstattung und Backmaterialien unterstützt. Damit wird die Produktion von Brot als Grundnahrungsmittel in den Gemeinden deutlich erhöht. Ein im Rahmen des Projekts gegründetes Gemeindekomitee verteilt die Gutscheine für das Brot an die bedürftigsten Familien, womit sie in den Bäckereien einkaufen können. Das verbessert die Ernährung dieser Familien und schafft gleichzeitig Arbeitsplätze.

Ihre Spende hilft

Diese Seite wurde aktualisert am 17.10.2019