Indonesien

Christian

Doppelte Katastrophen: Erdbeben und Tsunamis

Indonesien hat Erfahrung mit Erdbeben, Vulkanausbrüchen und daraus resultierenden Tsunamis. Denn das südostasiatische Land liegt in der Region mit der stärksten tektonischen und vulkanischen Aktivität weltweit.

Immer wieder kommt es in Indonesien zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Das liegt daran, dass das aus 17.000 Inseln bestehende südasiatische Land auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring liegt. Der 40.000 Kilometer lange Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean von drei Seiten umgibt, verdankt seine Existenz den Verschiebungen tektonischer Platten. Fast 90 Prozent der weltweit rund 1.500 aktiven Vulkane sind Teil des Pazifischen Feuerrings. Auch 90 Prozent der Erdbeben weltweit ereignen sich innerhalb dieses Rings. Indonesien verzeichnet 129 aktive Vulkane, es ist damit das Land mit der höchsten vulkanischen Aktivität weltweit.

Wiederkehrende Katastrophen

Von sehr großen unterseeischen Beben können katastrophale Tsunamis ausgelöst werden. 90 Prozent der Tsunamis werden von diesen starken Erdbeben unter dem Ozeanboden ausgelöst.

Am 26. Dezember 2004 ereignete sich vor der Nordwestspitze Sumatras das zweitstärkste bisher gemessene Erdbeben mit einer Bruchlänge von rund 1200 Kilometern und einem Wert von 9,3 auf der Richterskala. Der daraus resultierende Tsunami hat allein in Indonesien über 170.000 Totesopfer gefordert. Insgesamt kamen damals in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230.000 Menschen ums Leben.

Auch 2018 gab es in Indonesien wieder mehrere schwere Erdbeben gefolgt von Tsunamis. Bei den drei zerstörerischten Tsunamis auf den Inseln Lombok und Sulawesi im Juli und September sowie in der Meerenge zwischen den Inseln Sumatra und Java zu Weihnachten kamen mehr als 3.000 Menschen ums Leben. Zehntausende wurden zum Teil schwer verletzt und hundertausende Menschen haben ihr Zuhause verloren. Die öffentliche Infrastruktur wie Straßen, Strom- oder Wasserleitungen wurde in manchen Regionen gänzlich zerstört.

Soforthilfe als erster Schritt

Die Diakonie Katastrophenhilfe war mit ihren Partnerorganisationen Yakkum Emergency Unit (YEU) und Society for Health, Education, Environment and Peace, kurz SHEEP von Beginn an vor Ort aktiv.

Als erste Soforthilfemaßnahmen wurden medizinische Teams, bestehend aus ÄrztInnen, psychosozialen HelferInnen, Hebammen und Freiwilligen losgeschickt, um Verletzte zu versorgen. Gleichzeitig mit Beginn der medizinischen und psychosozialen Versorgung wurden erste Hilfspakete mit Nahrung und Wasser sowie Dinge des täglichen Bedarfs wie Kochutensilien verteilt. Für die vielen Menschen, die ihr Zuhause verloren haben und in Notquartieren oder unter freiem Himmel schlafen mussten wurden Planen, Decken und Schlafmatten bereitgestellt.  Zwischen Oktober und Dezember konnte durch die Arbeit von SHEEP die medizinische Versorgung für 5.000 Menschen sichergestellt werden.

Eine besondere Gefahr geht von der Ausbreitung gefährlicher Krankheiten durch verunreinigtes Wasser aus. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser zählt daher zu den wichtigsten Aufgaben in den ersten Tagen und Wochen nach einer Katastrophe.  An 7.500 Betroffene wurden daher Wasserfilter verteilt. In 20 Dörfern wurden je zwei Wassertanks aufgebaut und Wasserleitungen verlegt. Darüber hinaus wurden Aufklärungsmaßnahmen im Bereich Wasser und Hygiene durchgeführt.

Unterstützung beim Wiederaufbau

Nach der ersten Phase der akuten Nothilfe unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe die betroffene Bevökerung dabei sich wieder eine Existenz aufzubauen. Menschen die vor der Katastrophe in Notunterkünfte geflüchtet sind, weil sie alles verloren haben, kehren wieder in ihre Häuser zurück und beginnen mit Reperatur und Wiederaufbauarbeiten.

Ab Anfang 2019 wird sich SHEEP auf den Wiederaufbau und ein Rehabilitationsprogramm konzentrieren. Die Betroffenen von Erdbeben und Tsunami sollen ihre Lebensgrundlagen wieder herstellen, etwa durch die Verteilung von Saatgut, und vor künftigen Katastrophen besser geschützt sein. Außerdem wird SHEEP im Rahmen des Programms auch den nachhaltigen Wiederaufbau der Lebensgrundlagen auf der Insel Lombok unterstützen, wo durch die Erdbeben im Juli und August ebenfalls Hunderttausende Hilfe brauchen.
Diese Seite wurde aktualisert am 31.05.2019