Syrien: 10 Jahre Krieg und kein Frieden in Sicht

Donnerstag, 11. März 2021
Diakonie Katastrophenhilfe zutiefst besorgt über humanitäre Situation
Familien sind den neuaufgeflammten Gefechten der letzten Wochen schutzlos ausgeliefert. ©Christoph Püschner/DKH

Millionen Menschen in Syrien kämpfen weiterhin Tag für Tag um ihr Überleben. Die Diakonie Katastrophenhilfe zieht zehn Jahre nach Kriegsbeginn eine verheerende Bilanz der Situation im Land. „Hunderttausende Menschen haben ihr Leben verloren und mehr als 12 Millionen ihre Heimat“, sagt Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie. „Die Not in Syrien ist nach zehn Jahren Krieg unvorstellbar groß, acht von zehn Syrerinnen und Syrern leben unter der Armutsgrenze.“

Die große Mehrheit der Menschen in Syrien ist auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Zahl der Hungernden steigt, im Vorjahr betrug der Anstieg 4,5 Millionen Menschen. „Aktuell hungern in Syrien 12 Millionen Menschen. Unsere Partnerorganisationen vor Ort berichten uns, dass die ärmsten Familien seit langem ihre täglichen Mahlzeiten reduzieren“, erklärt Nina Hechenberger, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Hunderttausende Kinder sind mangelernährt – mit verheerenden Folgen für ihre körperliche und geistige Entwicklung.“

Politische Lösung dringend notwendig

„Hilfsorganisationen tun alles, um so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Das kann aber kein Ersatz für eine politische Lösung des Konflikts sein“, betont Maria Katharina Moser. Noch immer werde in Teilen Syriens gekämpft, insbesondere im Nordwesten des Landes komme es fast täglich zu Gewalt. „Die internationale Gemeinschaft muss ihr Engagement für eine politische Lösung deutlich erhöhen“, so Moser. Dazu gehört auch eine aktive Unterstützung des Verfassungskomitees, da nur so sichergestellt ist, dass bei der Erarbeitung einer Zukunftsidee für Syrien auch die Interessen der syrischen Bevölkerung Gehör finden. „Die Menschen in Syrien müssen nach einem Jahrzehnt des Leids endlich Fortschritte sehen. Hier stehen auch die EU und die Bundesregierung in der Pflicht“, so Moser.

Reparatur und Renovierung von Häusern und Wohnungen

Noch immer sind mehr als sechs Millionen Menschen innerhalb Syriens auf der Flucht. Die Zahl der Menschen, die auf eine schützende Unterkunft angewiesen sind, hat sich im letzten Jahr um 20 Prozent erhöht. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt Projekte zur Instandsetzung von Häusern und Wohnraum.  „Zerstörte Wohnungen werden repariert und renoviert, damit vertriebene Familien, die in Bauruinen leben müssen, wieder ein sicheres Zuhause finden“, erklärt Hechenberger.

Mehrere Krisen gleichzeitig

Syrien kämpft mit mehreren Krisen gleichzeitig: Kriegshandlungen, eine völlig zerstörte Infrastruktur, die Folgen der Corona-Pandemie und eine Wirtschaftskrise – teilweise verstärkt durch internationale Sanktionen. „Viele Menschen können sich weder warme Kleidung noch Heizöl leisten“, berichtet Hechenberger. „In der Winterhilfe unterstützten wir ein Cash for Work Programm, in dem Frauen aus notleidenden Familien Winterkleidung herstellten. Tausenden Familien konnte so durch die kalte Jahreszeit geholfen werden.“

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Gemeinsam mit lokalen Partnern hilft die Diakonie Katastrophenhilfe seit vielen Jahren in Syrien und den Nachbarländern Jordanien und Libanon.

Diakonie Katastrophenhilfe
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