Griechische Flüchtlingslager endlich auflösen und Menschen retten

Dienstag, 7. Juli 2020
Wasserverteilung im Flüchtlingscamp Moria auf der Insel Lesbos. Foto: MCAT
Wasserverteilung im Flüchtlingscamp Moria auf der Insel Lesbos. Foto: MCAT
Diakonie kritisiert Österreichs ungenügende Hilfe in Moria und fordert Evakuierung und europäische Solidarität
Omid hat im Flüchtlingscamp Moria gelebt (Foto: MCAT)
Omid hat im Flüchtlingscamp Moria gelebt (Foto: MCAT)

Die Lebenssituation der Menschen in den Flüchtlingscamps auf den griechischen Inseln ist katastrophal. Die Zustände sind menschenunwürdig, es mangelt an Wasser, Schatten, sanitären Einrichtungen und medizinischer Versorgung.

Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre griechischen Partner sind seit Monaten im Nothilfe-Einsatz in Moria und auch auf der Insel Chios. „Die Menschen leben hier im Lager Moria auf engstem Raum in notdürftigen Behausungen und Zelten. Auf zwei bis vier Quadratmetern leben 6 bis 7 Personen miteinander - und das in Zeiten von Corona“, berichtet Omid, der nach seiner Flucht aus Afghanistan im Camp Moria auf Lesbos lebte, und seit 2020 Mitarbeiter im Corona Awareness-Team des Flüchtlingscamps ist.

„Wir sind hier den Wetterbedingungen voll ausgesetzt - die Sommerhitze hat mit aktuell 35 Grad gerade erst begonnen und dazu kommt die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus“, schildert Mixalis Aviaalotis von Stand by me Lesbos, der Diakonie-Partnerorganisation vor Ort, die schlimme Lage in Moria.

 „Auch Container, die aus anderen europäischen Ländern geschickt wurden, können an einer Situation nichts ändern, die vollkommen desorganisiert ist. Von 18.000 Flüchtlingen im Camp leben rund 80 Prozent in selbstgebauten Zelten inmitten der Olivenhaine“, folgert Aviaalotis.

MitarbeiterInnen von Hilfsorganisationen, die in Flüchtlingscamps weltweit – also auch mitten im Krieg und nach Katastrophen - im Einsatz waren, sagen: Die Zustände in Moria sind die schlimmsten, die sie je erlebt haben.

Blockadepolitik beenden, geknechtete Menschen aufnehmen

„Die europäischen Regierungen können diese Situation nicht länger hinnehmen“, kritisiert Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser. „Es kann nicht sein, dass Österreich sich damit begnügt, ausrangierte Container auf die Inseln zu schicken, und den Blick von den notleidenden Kindern abwendet“, so Moser.

„Die österreichische Bundesregierung muss ihre Blockadepolitik beenden und sich für eine solidarische, ausgeglichene und humane Aufnahme in Europa einsetzen. Auch ohne eine solche Einigung könnte Österreich schon jetzt ein Kontingent dieser Menschen aufnehmen, und sollte das auch dringend tun.“

So hilft die Diakonie Katastrophenhilfe

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation 'Stand by Me Lesvos' im Camp Moria aktiv. Aktuell wird Trinkwasser in gefrorener Form verteilt. So können die Menschen ihre Lebensmittel kühl halten und haben gleichzeitig genug zu trinken.

Zugleich wird dem Müllproblem durch ein Recycling-Projekt entgegengewirkt, die BewohnerInnen des Camps tauschen 10 leere Plastikflaschen gegen eine gefüllte.

Um alle Menschen in Moria mit ausreichend Trinkwasser zu versorgen, benötigen wir dringend Spenden!

IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333
Kennwort: Corona-Hilfe weltweit

Infos und Online Spenden hier: https://katastrophenhilfe.diakonie.at/coronavirus-hilfe-weltweit