Diakonie: „Österreich muss Gelder für internationale Flüchtlingshilfe jetzt aufstocken“

Donnerstag, 17. September 2015
Rihan mit ihrer Nichte Mavin. Beide stammen aus der syrischen Stadt Al-Hasaka in Nordsyrien. Seit ihrer Flucht leben sie im Flüchtlingslager Kawargosk. Wir dürfen Rihan und Mavin nicht vergessen! ©Christoph Püschner/DKH
Rihan mit ihrer Nichte Mavin. Beide stammen aus der syrischen Stadt Al-Hasaka in Nordsyrien. Seit ihrer Flucht leben sie im Flüchtlingslager Kawargosk. Wir dürfen Rihan und Mavin nicht vergessen! ©Christoph Püschner/DKH

Wachsende Not in Krisenregionen zwingt Menschen zur Flucht ++ Nahender Winter wird prekäre Situation in Flüchtlingscamps verschärfen

Die Lage der Flüchtlinge, Vertriebenen und Gewaltopfer ist im fünften Jahr des syrischen Bürgerkrieges so verzweifelt wie nie zuvor. „Wir haben es mit der größten Flüchtlingskatastrophe unserer Zeit zu tun. Der Krieg in Syrien und die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Irak haben 15 Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht“, schildert Diakonie-Direktor Michael Chalupka die aktuelle Situation und rückt vor allem die prekäre Lage in den Nachbarländern in den Mittelpunkt: „Libanon und Jordanien werden mit der Versorgung der Flüchtlinge allein gelassen. 85% der Flüchtlinge leben nicht in organisierten Camps, sondern unter widrigsten Bedingungen in Zelten, nicht fertig gebauten Häusern oder Garagen. Der nahende Winter wird die prekäre Situation verschärfen. Gleichzeitig warnt der UNHCR seit Monaten, dass zugesagte Hilfsgelder ausbleiben.“

Solange in der Region kein Frieden herrscht und sich die Versorgungslage in den Nachbarländern weiter verschlechtert, werden weiterhin tausende Menschen nach Europa fliehen. „Österreich stellt in diesem Jahr 1,53 Mio. Dollar für die Internationale Flüchtlingshilfe zu Verfügung. Das ähnliche große Schweden hingegen mehr als 100 Millionen Dollar“, kritisiert Chalupka und fordert: „Österreich muss seine Anstrengungen vervielfachen. Schweden ist nicht hundertmal reicher als Österreich, aber hundertmal glaubwürdiger.“

Diakonie Katastrophenhilfe hilft vor Ort

Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft zusammen mit lokalen Partnern in Syrien, Jordanien, Irak, im Libanon und in der Türkei vor Ort. Bisher konnten über das Hilfsnetzwerk weit über 640.000 Flüchtlinge erreicht und mit Hilfsgütern versorgt werden. Ein besonderer Fokus liegt in der Unterstützung von Flüchtlingsfamilien, die außerhalb der offiziellen Camps wohnen und von Gemeinden, die die Vertriebenen aufnehmen. Darüber hinaus hilft die Diakonie Katastrophenhilfe durch psychosoziale Unterstützung bei der Bewältigung von Kriegstraumata und setzt sich außerdem mit einem Hilfsprogramm im Flüchtlingslager Za’atari (Jordanien) für Menschen mit Behinderungen ein, die in dieser schwierigen Situation doppelt belastet sind.

 

Mehr Infos: http://www.diakonie-katastrophenhilfe.at