Diakonie baut Hilfsaktivitäten für syrische Flüchtlinge im Libanon und in Jordanien weiter aus

Freitag, 11. Dezember 2015
Arzt und Mutter mit Kind im Krankenhaus
Gesundheitliche Versorgung von Müttern und Kleinkinder ist eine besondere Herausforderung (Foto: Ben Nausner)

Gesundheitliche Versorgung von Müttern und Kleinkinder besondere Herausforderung

Beirut/Amman/Wien

Mehr als 4,4 Millionen Flüchtlinge sind laut Vereinten Nationen (UN) seit Ausbruch des Konflikts in Syrien vor knapp 5 Jahren in die angrenzenden Länder geflüchtet. Allein im Libanon leben mehr als 1,1 Millionen syrische Flüchtlinge. Ein Großteil von ihnen hat sich nahe der syrischen Grenze auf der Bekaa Hochebene niedergelassen. Mit der Fortdauer des Konflikts hat sich ihre Lage in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. In Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner International Orthodox Christian Charities (IOCC) stellt die Diakonie jetzt für die Arbeit in der Region weitere Mittel zur Verfügung. „Damit wird es möglich, ein laufendes Programms zur Begleitung und Betreuung von schwangeren Frauen, Müttern und Kleinkindern auszubauen“, erklärt Ben Nausner, Diakonie Katastrophenhilfe, der letzte Woche in der Region war.

Mangelernährung unter kleinen Kindern im Libanon ist bedrohlich

„Durch den enormen Anstieg der Flüchtlingszahlen hat sich die Gesundheitsversorgung in der Region stark verschlechtert. Vor allem Kinder unter 5 Jahren leiden inzwischen vermehrt unter Mangelernährung und brauchen intensive Betreuung“, berichtet Dr. Darwish Khan, Leiter der Krankenstation (Primary Health Care Center (PHC)) in Chtaura, Bekaa.

Die Kürzungen von internationalen Zahlungen und in weiterer Folge der Lebensmittelration des World Food Programm (WFP) haben den Druck auf die Flüchtlingsfamilien und die lokale Bevölkerung weiter erhöht.

Deshalb sind Mitarbeiterinnen der Diakonie-Partner in den Krankenstationen und Krankenhäusern aktiv und beraten werdende Mütter, und Frauen mit Neugeborenen, damit sie von klein auf mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. „Wenn wir eine Früherkennung und Behandlung von akuten Fällen ermöglichen, retten wir Leben und können auf längeren Sicht viel Geld und Ressourcen einsparen“, sagt Ruba Khoury, Leiterin des lokalen Partners IOCC Libanon.

 „Schon mit kleinen Handgriffen, Fortbildungen zur Ernährung und persönlichen Gesprächen kann präventiv unglaublich viel bewirkt werden. Auch ein offener Austausch über den Fluchtumständen angepasster Familienplanung ist ein wichtiger Bestandteil der Beratungen“, berichtet Ben Nausner, Mitarbeiter der Diakonie Katastrophenhilfe, der vergangene Woche die Projekte von IOCC Libanon und Jordanien besucht hat.

Humanitäre Lage auch in Jordanien schwierig

Neben dem Libanon hat sich auch die humanitäre Lage in Jordanien für syrische Flüchtlinge und die gastgebenden Gemeinden mit Fortdauer des Konflikts weiter verschlechtert. Mehr als 85% der rund 640.000 offiziell registrierten Flüchtlinge in Jordanien leben laut UNHCR außerhalb von Flüchtlingslagern. „Ein festes und vor dem kalten Winter schützendes Dach über dem Kopf ist für die Familien jetzt am wichtigsten“, sagt Dmitri Djucic, Leiter von IOCC Jordanien.

„Weil die Mietwohnungen und Notbehausungen oftmals nur einen notdürftigen Schutz vor Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bieten, verteilen wir jetzt Decken, Matratzen, warme Kleidung, Heizöfen und Heizmaterial als Vorbereitung für den kalten Winter“, so Ben Nausner.

Bitte um Spenden für Syrien

Um die Hilfsaktivitäten vor Ort weiter auszubauen bittet die Diakonie Katastrophenhilfe dringend um Spenden unter dem Kennwort „Nothilfe Syrien“.
IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333
BIC: GIBAATWWXXX