4 Jahre Bürgerkrieg in Syrien: 16 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen

Dienstag, 10. März 2015
Eine Mutter sitzt mit ihrem Kind vor einem Heizofen um sich zu wärmen.
Um für die kalten Wintermonate gerüstet zu sein werden warme Kleidung und Heizöfen an Flüchtlingsfamilien verteilt wie hier im Libanon. ©Thomas Lohnes/DKH

Partner der Diakonie Katastrophenhilfe haben Zugang und helfen vor Ort

Nach 4 Jahren Bürgerkrieg sind bisher mehr als 3.8 Millionen Menschen aus Syrien in die Nachbarländer Jordanien, Libanon, Irak und Türkei geflüchtet. In Syrien selbst sind laut UN-Angaben mehr als 12.2 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

„Die humanitäre Situation in Syrien ist dramatisch. Viele Familien sind seit Jahren auf der Flucht und leben in großer Angst. Sie können den Alltag ohne humanitäre Hilfe kaum noch bewältigen. Die Lebensbedingungen sind nur schwer zu begreifen – die Bilder in den Medien können das Leid vor Ort nicht vollständig erfassen,“ berichtet Mark Ohanian, Programmleiter der International Orthodox Christian Charities (IOCC), einer lokalen Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe.

„Unser Partner IOCC ist seit dem Ausbruch der humanitären Krise 2012 in der Region aktiv und ist eine der wenigen NGOs die auch auf syrischem Boden Hilfe leisten“, berichtet Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe in Österreich.
Wo genau Hilfe geleistet werden kann, ist stark von der aktuellen Sicherheitslage abhängig. Die Partnerorganisation in Syrien registriert bedürftige syrische Familien und versorgt sie u.a. mit Nahrungsmittel, Hygienekits, Kleidung, Decken und Küchenbedarf, um den Alltag zu erleichtern.  
„Als christliches Hilfsnetzwerk genießen wir großes Vertrauen in der lokalen Bevölkerung. Unsere Mitarbeiter sind alle selbst Syrer und Syrerinnen und eng mit den Menschen in ihrer Not verbunden“, erklärt Mark Ohanian, der zum humanitären Kongress vergangenen Freitag in Wien war.

Zugang zur Bevölkerung über lokale christliche Kirchen

IOCC arbeitet mit lokalen christlichen Kirchen zusammen, die schon vor der Katastrophe Orte waren, wo der lokalen Bevölkerung soziale Dienste angeboten wurden. Deshalb weiß die Bevölkerung, dass Ihnen dort unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit geholfen wird. Das ermöglicht dem Partner der Diakonie den Zugang, um im Bürgerkrieg überhaupt humanitäre Hilfe leisten zu können. „Die jüngsten Übergriffe auf assyrisch-christliche Dörfer im Nordosten des Landes zeigen jedoch wie gefährlich die Lage vor Ort ist,“ betont Mark Ohanian.

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt seit 2012 Projekte in Jordanien, dem Libanon, der Türkei und im Irak, seit 2013 auch Projekte auf syrischem Boden. Über das Hilfsnetzwerk konnten bisher rund 620.000 Menschen erreicht werden. Besonderer Fokus liegt dabei auf den Bereich der Nothilfe (Bereitstellung von Unterkünften, Kleidung, Decken, Öfen und Kohle, Nahrungsmitteln Hygieneartikeln und anderem Alltagsbedarf) sowie der psychosozialen Unterstützung und Unterstützung von Kindern und Erwachsenen im Bereich der schulischen Aus- und Weiterbildung.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden um die Arbeit der lokalen Partnerorganisationen bestmöglich zu unterstützen.

Diakonie Katastrophenhilfe - „Nothilfe – Syrien / Irak“
Spendenkonto bei der >Erste Bank<
IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333
BIC: GIBAATWWXXX