80 Jahre Beginn des Zweiten Weltkrieges // 4. Jahrestag des Tods des Flüchtlingskindes Alan Kurdi // Protest indigener Frauen in Brasilien

1. September 2019

1. September vor 80 Jahren - Beginn des Zweiten Weltkrieges

Sprecherin/Sprecher:
Am 1. September vor 80 Jahren begann mit dem Überfall deutscher Truppen auf Polen der Zweite Weltkrieg, der fast sechs Jahre dauerte. Über 60 Millionen Menschen starben. Gleichzeitig ist das größte Menschheitsverbrechen der Geschichte geschehen, der Holocaust. Ob wir den 1. September „Aktionstag gegen den Krieg“ oder „Weltfriedenstag“ nennen, wir bekennen: „Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein.“
Liturgin/Liturg:
Gott des Friedens, wir gedenken der Toten und beten für alle, die das Grauen überlebt haben. Wir denken besonders an die Menschen, die durch Soldaten und Bombenterror getötet, verwundet oder traumatisiert wurden. Stärke uns in der Verantwortung, dass dies alles nie wieder geschieht, sondern wir klar bekennen: Abrüsten statt aufrüsten! Wir bitten singend: Herr, gib uns deinen Frieden.

4. Jahrestag des Tods des Flüchtlingskindes Alan Kurdi

Sprecherin/Sprecher:
Am 2. September jährt sich der Tod des Flüchtlingskindes Alan Kurdi zum vierten Mal. Der Leichnam des Jungen wurde am 2. September 2015 an der türkischen Küste in der Nähe Bodrums angespült. Fotos des toten Jungen gingen um die Welt. Seit Jahresbeginn sind mindestens 900 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Tragödien, die verhindert werden könnten, wenn humanitäre Einsätze nicht aus politischen Gründen behindert und instrumentalisiert würden.
Liturgin/Liturg:
Gott des Friedens, wir klagen dir unser Unvermögen, dass wir es nicht ändern und hören müssen: “Seit Tagen kreuzen Rettungsschiffe mit Flüchtlingen an Bord im Mittelmeer, denn sie erhalten keine Einfahrt in einen sicheren Hafen.“ Wir bitten dich, schenke deinen Geist, damit ein sofortiges solidarisches Handeln und eine europäische Lösung in der Politik gefunden werden. Wir bitten singend: Herr, gib uns deinen Frieden.

Protest indigener Frauen in Brasilien gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage

Sprecherin/Sprecher:
Zum ersten Mal in der brasilianischen Geschichte protestieren 3.000 Vertreterinnen von über 150 indigenen Völkern aus allen Teilen des Landes in der Hauptstadt Brasilia unter dem Motto „Unsere Territorien sind unser Körper und unser Geist“. Sie beklagen die Gewalt der Vertreibung und Vergiftung ihrer Territorien und Körper. Die indigenen Frauen haben sich verbunden mit dem traditionellen Protestmarsch der Landarbeiterinnen und dem Protest der Schülerinnen und Studierenden.
Liturgin/Liturg:
Gott des Friedens, der Amazonas-Regenwald brennt. Wir wissen, dass das die Auswirkung ist, wenn der Regenwald nur als Rohstoffwarenhaus betrachtet wird. Sende deinen Geist, damit die mutigen und kraftvollen Stimmen der Proteste in Brasilien gehört werden. Hilf uns, dass wir kritisch die Zusammenhänge unseres hohen und billigen Rohstoffverbrauchs sehen, damit Handelspolitik nicht zum Brandbeschleuniger wird. Wir bitten singend: Herr, gib uns deinen Frieden