Landlosenbewegung in Brasilien // Der Preis des Elektrobooms in der Mobilität

3. Februar 2019

Brasilien: Landlosenbewegung wird vom Präsidenten kriminalisiert

Der rechtsgerichtete brasilianische Präsident will die wichtige Landlosenbewegung zerstören, die seit Jahrzehnten ihre Rechte einfordert. Sie soll jetzt als terroristische Organisation behandelt werden. Damit gewönnen die Großgrundbesitzer mit ihren mafiösen Strukturen die Oberhand. Die Armen der Bevölkerung wären gezwungen, weiter in Abhängigkeiten zu bleiben und keine Perspektiven für ihre Kinder und Familien mehr entwickeln zu können. Der erste Schritt soll die Schließung von über 1000 Schulen sein, die bislang für die Bildung dieser Gruppen gesorgt haben. Damit verstößt die Regierung auch gegen die eigene Verfassung.

Du, Gott, hast uns allen das Land und deine ganze Erde zum Leben gegeben,
damit wir es bebauen und bewahren und von den Früchten des Feldes leben können.

Öffne uns die Ohren für die Worte Jesu und der Propheten,
die den Armen deine Fürsorge und deinen Schutz zusagen.

So bitten wir dich heute für die vielen Landlosen auf den Feldern Brasiliens,
die seit langem ihren Lebensunterhalt auf dem Land ihrer Väter und Mütter bestreiten,
die, von den eigenen Machthabern vertrieben und als Verbrecher behandelt,
ihrer Lebensgrundlage und aller Zukunft beraubt werden.

Wehre der Gewalt derer, die durch Unrecht regieren,
und der Willkür aller, die sich mächtig wähnen;
lass sie wissen und erfahren,
dass alle Macht an deiner Liebe ihre Grenzen findet;
rufe die Gewissenlosen zur Umkehr
die Geschundenen und Betrogenen aber stärke
in ihrer Hoffnung und der Gewissheit,
dass du ihnen hilfst zu deiner Zeit.
 

Neue Studie zum Preis des Elektrobooms in der Mobilität

Soeben wurde von Fachleuten zweier Nichtregierungs-Organisationen (Inkota und das Ökumenische Netz Zentralafrika) eine neue Studie zur Problematik des Kobaltabbaus vorgestellt. Die Folgen angeblich „sauberer“ Energie sind für die Menschen in den Abbaugebieten z.T. fatal. Gerade weil in der Demokratischen Republik Kongo, einem so genannten “failing state“ keine Sicherheit garantiert und erst recht keine Menschenrechte eingehalten werden, sind die Kleinschürfer alleine gelassen und ihre Familien ohne Schutz und Einkommen. Die Versprechen deutscher Autokonzerne, vor Ort den Abbau nach internationalem Recht zu gewährleisten, sind zwar ein Versuch, sich werbetechnisch und politisch reinzuwaschen, aber das Sagen haben auf diesem Feld große Konzerne, die mit der korrupten Regierung Geschäfte machen. 70% der Kobaltvorkommen weltweit liegen im Kongo. 

Bewege unsere Herzen, treuer Gott,
und stärke unseren Verstand für Entscheidungen,
die deiner Lust an allem Leben Raum geben:

Bringe zusammen, was unvereinbar scheint;
Unsere Mobilität und das Recht derer, die in den Minen
unter großen Gefahren und unzureichender Bezahlung
für unsere Elektrofahrzeuge ausgebeutet werden.

Stärke ihren Kampf um Würde und Schutz,
mach uns bereit, zu reden und zu Anwälten derer zu werden,
die unter unseren Fortbewegungen leiden, Tag für Tag.

Gib uns die Weisheit, die Worte genau zu prüfen
und erst dann von sauberer Mobilität zu reden,
wenn alle sich überall gerecht und würdevoll behandelt wissen
und alle Gewinne Mensch und Umwelt auf Dauer zugute kommen.