Ostafrika

Christian

Hungerkrise: Ihre Spende hilft

Viele Länder Afrikas gehören zu den trockensten der Welt. Die COVID-19 Pandemie, der fortschreitende Klimawandel und die Heuschreckenplagen verschärfen die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen.

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Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Die Spendenvorschläge sind beispielgebend für die Arbeit der Diakonie. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie daher die gesamte Hungerhilfe der Diakonie Katastrophenhilfe - dort, wo gerade am dringendsten finanzielle Unterstützung notwendig ist. Rechtsträger: Diakonie Austria gGmbH

So hilft die Diakonie Katastrophenhilfe im Kampf gegen Heuschrecken

Um Heuschreckenschäden an Weideland und Feldfrüchten zu verringern braucht es rasche und koordinierte Reaktion. Dies geschieht durch in den Dörfern organisierte Heuschrecken-Kontrollgruppen, die den Schädlingsbefall kontinuierlich beobachten. Diese gemeindebasierte Überwachung ist in Verbindung mit Koordinierungsmechanismen auf nationaler und regionaler Ebene sehr wirksam.

Damit die Menschen in den Dörfern in unserem Projekt in Somalia die Methoden der mechanischen Kontrolle und Bekämpfung der Heuschrecken lernen, unterstützt die Diakonie die Informationsarbeit vor Ort, ebenso wie auch Covid-19 Präventionsmaßnahmen für die nötigen Treffen und Schulungen.

Aktuell hat speziell Ostafrika gegen drei Krisen anzukämpfen – Dürren, die Folgen der Covid-19 Pandemie und die Heuschreckenplage. Der Bedarf an humanitärer Hilfe steigt dramatisch an, in Somalia droht eine Hungersnot.
Maria Katharina Moser, Diakonie Direktorin

Hängen Heuschreckenplagen mit dem Klimawandel zusammen?

Ja, denn bedingt durch Klimaveränderungen treten immer häufiger Zyklone im indischen Ozean auf. Diese lösen starke Regenfälle am nordöstlichen Horn von Afrika und auf der südlichen arabischen Halbinsel aus. Zunehmende Feuchtigkeit begünstigt die Brutbedingungen, somit steigt die Gefahr von Heuschreckenplagen.

​ Wie werden Heuschrecken bekämpft?

Kleinere Ausbreitungen können noch relativ leicht bekämpft werden, deshalb sind regelmäßige Kontrollen sehr wichtig. Die Larven und Eier der Heuschrecken werden getötet und vergraben. Wenn große Flächen betroffen sind, ist der Einsatz von Pestiziden am wirksamsten.

Um die Umwelt, Menschen und Nutztiere zu schützen wird der Einsatz von Biopestiziden vorangetrieben. Durch diese sterben die Insekten zwar nicht sofort, aber können sich nicht mehr ernähren oder fortpflanzen. Auch andere Faktoren sprechen für den Einsatz von Biopestiziden, zum Beispiel plant die FAO solche aktuell vermehrt in Somalia einzusetzen, da aufgrund des Bürgerkriegs eine sichere Anwendung von konventionellen Pestiziden schwierig ist.

​ Welchen Schaden richten Wüstenheuschrecken an?

Wenn Heuschrecken in Schwärmen auftreten, fressen sie ganze Landstriche ab. Eine Heuschrecke kann täglich so viel fressen, wie sie selbst wiegt, nämlich 2 Gramm. Fällt ein Heuschreckenschwarm in das Feld eines Bauern ein, ist es binnen weniger Stunden leergefressen und die gesamte Ernährungsgrundlage des Bauern vernichtet.

An nur einem Tag kann ein Schwarm in der Größe von einem Quadratkilometer Ernten vernichten, die 35.000 Menschen als Nahrung dienen könnten.

Welche Gefährdungslage herrscht aktuell durch Heuschrecken in Ostafrika?

Während kleinere Schwärme von Heuschrecken immer wieder auftreten, kam es im Vorjahr zu der schlimmsten Heuschreckenplage seit 25 Jahren. Für das Jahr 2021 wird, also Folge der verheerenden Verbreitung im Jahr 2020, eine weitere Heuschreckenplage befürchtet.

Wie verbreiten sich Heuschrecken und wann bilden sie Schwärme?

Ausgewachsene Schwarm-Heuschrecken sind gute Flieger. Bei günstigem Wind können sie bis zu 130 Kilometer am Tag zurücklegen.

Eigentlich sind Wüstenheuschrecken Einzelgänger und als diese relativ harmlos. Treffen jedoch viele Heuschrecken dicht aufeinander ändern sie ihr Verhalten und Aussehen. In dieser Schwarmbildung verändern die Heuschrecken durch die Ausschüttung des Botenstoffes Serotonin ihr Aussehen, sie sind dann nicht mehr grün, sondern gelb-braun gemustert. Auch eine ausgeprägte Flugmuskulatur wird durch den Botenstoff gebildet.

In Schwärmen verbreiten sich die Heuschrecken exponentiell. Ihre Zahl steigt alle drei Monate um das 20-fache an. Besonders groß gewordene Schwärme können aus Milliarden von Heuschrecken bestehen. 

Warum setzt die Diakonie Katastrophenhilfe auf Vorsorgemaßnahmen und Frühwarnsysteme?

Nach erfolgter Schwarmbildung sind die Heuschrecken viel schwerer zu bekämpfen – und die durch sie verursachten Schäden viel größer. Große Schwärme können nur durch den Einsatz von Pestiziden bekämpft werden, deren Einsatz bedenklich ist, da neben Schädlingen auch Nützlinge getötet werden. Auch entstehen durch Gifte gesundheitliche Gefahren für Mensch und Tier.

​Kann der Verzehr der Heuschrecken das Hungerproblem lösen?

Heuschrecken fallen in riesigen Schwärmen in Feldern ein und fressen in kürzester Zeit alles leer. Genauso wenig, wie sie rasch genug vertrieben werden können, um nicht alles kahlzufressen, können sie rasch genug eingefangen werden, um gegessen zu werden. Dazu kommt: Auch wenn sie prinzipiell essbar sind hängt es davon ab, was sie selbst zuvor gefressen haben, ob sie zum Verzehr geeignet sind oder nicht. Der Verzehr von Giftpflanzen macht sie selbst als Nahrung giftig. Ebenso sind die Heuschrecken nicht mehr ohne Gesundheitsgefährdung genießbar, wenn Pestizide zum Einsatz kamen.

Heuschreckenplagen müssen bekämpft werden

Viele Regionen, z.B. in Somalia, sind mit verheerenden Heuschreckenplagen konfrontiert. Die Schwärme zerstören häufig auch noch das Wenige, das von der Ernte aufgrund der ungünstigen Wetterverhältnisse übrig bleibt: Ein durchschnittlich großer Schwarm kann an einem einzigen Tag die Nahrung von 35.000 Menschen vernichten. Tonnen von Getreide werden von Heuschrecken den Menschen so täglich buchstäblich weggefressen. Damit sich keine großen Schwärme bilden können, ist viel Präventionsarbeit nötig. Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt sich beispielsweise in Somalia sowohl durch die Ausbildung von Heuschreckenkontrollgruppen als auch in der aktiven Bekämpfung der Heuschrecken im Falle einer Heuschrecken-Schwarminvasion ein. Mehr zur Heuschreckenbekämpfung in Somalia

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Diese Seite wurde aktualisert am 28.07.2021