4. Sonntag im Advent

20. Dezember 2020

„O komm, o komm, du Morgenstern, lass uns dich schauen, unsern Herrn. Vertreib das Dunkel unsrer Nacht durch deines klaren Lichtes Pracht.“ EG 19 Wochenlied

Vier Kerzen am Adventskranz sind angezündet. Sie zeigen, dass die Heilige Nacht der Menschwerdung Gottes nahe ist, die das Dunkel unsrer Nacht vertreibt. Mit jedem angezündeten Licht bitten wir, dass Jesus Christus hineinleuchtet in unsere Gegenwart und rufen in der weltweiten Gemeinschaft: „O komm, o komm, du Morgenstern, lass uns dich schauen, unsern Herrn. Vertreib das Dunkel unsrer Nacht durch deines klaren Lichtes Pracht.“

Die erste Kerze leuchtet für die entführten Schulkinder in Nigeria. Die Terrorgruppe Boko Haram hat sich zu der Massenentführung bekannt. Von den 333 Kindern gibt es seit über einer Woche keine Nachricht.

Jesus Christus wir bitten dich, bring Licht in die Dunkelheit der Kinder, der Eltern und ihrer Angehörigen. Zeige deine Gegenwart, damit sie alle spüren, sie sind nicht allein in ihren Ängsten, im Schmerz und ihrer Trauer. In der weltweiten Gemeinschaft rufen wir zu dir: O komm, o komm, du Morgenstern …

Die zweite Kerze leuchtet für die Menschen, die in Angst vor und mit einer Abschiebung leben müssen. Wir denken besonders an die Menschen in Afghanistan. Das Land ist eines der gefährlichsten weltweit und dennoch starten Flugzeuge aus unserem Land um abzuschieben. Jesus Christus wir bitten um deine Gegenwart für die, die hier Schutz erhoffen durch Asyl und Anerkennung. Du bist Mensch geworden, damit wir menschlich handeln. Lass uns zu Kindern des Lichtes werden und zu Protestleuten des Friedens. In der weltweiten Gemeinschaft rufen wir zu dir: O komm, o komm, du Morgenstern …

Die dritte Kerze leuchtet, um uns am 20. Dezember, dem Internationalen Tag der menschlichen Solidarität, daran zu erinnern, dass wir in einem reichen Land leben. Solidarität ist nötig in diesen Tagen, wo es um die vielversprechenden Coronavirus-Impfstoffe geht. Die reichen Nationen, die zusammen nur 14 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, haben sich bis zu 53 Prozent der Impfdosen gesichert.

Jesus Christus wir bitten um deinen Geist, damit wir fühlen und verstehen, dass wir eine globale Familie sind und solidarisches Handeln zum Leben und Überleben in unserer komplexen Welt brauchen. In der weltweiten Gemeinschaft rufen wir zu dir: O komm, o komm, du Morgenstern …

Die vierte Kerze leuchtet, um an die Bedrohung der Umwelt zu erinnern. Im Roten Meer liegt vor der Küste des Jemen ein verlassener Supertanker. Es besteht die Gefahr, dass er auseinanderbricht. Das hätte eine großflächige Verseuchung des Meeres mit Schließung des Hafens Hudaida zur Folge. Das wäre eine Katastrophe für 24 Millionen JeminitInnen, denn der Hafen ist eine wichtige Landstelle für humanitäre Hilfe.

Jesus Christus wir bitten um verantwortungsvolles Handeln im Bürgerkriegsland, wo die Wartung des Tankers immer wieder verschoben und als Druckmittel genutzt wird. Sende deinen Geist der Versöhnung und des Friedens, damit die Gefahr gebannt werden kann. In der weltweiten Gemeinschaft rufen wir zu dir: O komm, o komm, du Morgenstern …