Ukraine

Christian

Hilfe zwischen den Fronten

  • Warme Kleidung für den kalten Winter ist für die vertriebenen Menschen besonders notwendig. ©Maurice Ressel/DKH
    Warme Kleidung für den kalten Winter ist für die vertriebenen Menschen besonders notwendig. ©Maurice Ressel/DKH
  • Mit Gutscheinkarten können Familien selsbtändig bestimmen, ob sie Kleidung, Lebensmittel oder Hygieneartikel einkaufen. ©Ressel/DKH
    Dank des Geldkarten-Programms können Familien selsbtändig entscheiden, , was sie gerade dringend benötigen, zum Beispiel Kleidung für die Kinder oder Lebensmittel. ©Ressel/DKH
  • Das Netz von sozialen Beratungsstellen und Telefon-Hotlines der lokalen Partner der Diakonie Katastrophenhilfe sind offen für die Anliegen der Flüchtlinge. ©Thomas Lohnes/DKH
    Das Netz von sozialen Beratungsstellen und Telefon-Hotlines der lokalen Partner der Diakonie Katastrophenhilfe sind offen für die Anliegen der Flüchtlinge. ©Thomas Lohnes/DKH
Seit dem Ausbruch des bewaffneten Konflikts in 2014 zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Truppen im Osten der Ukraine sind die Waffen nie wirklich zur Ruhe gekommen. Immer noch wird fast täglich über Schusswechsel berichtet – die humanitäre Krise hat sich zu einer dauerhaften Katastrophe verschleppt. Die Zahl der intern Vertriebenen beträgt mehr als 1,7 Millionen und nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind mehr als 3,4 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Die Not ist groß unter den Binnenvertriebenen, besonders in den Provinzen Kharkiw, Dnipropetrowsk, Lugansk und Donetsk. Außerhalb der Städte sind die Lebensumstände der Vertriebenen noch schlechter. Es gibt nur wenige Nahrungsmittel und viele Eltern verzichten zugunsten ihrer Kinder auf Mahlzeiten. Der bevorstehende Winter bereitet den Menschen große Sorgen. Die meisten leben in stark reparaturbedürftigen Häusern, die kaum zu heizen sind: Die Fenster sind undicht und die Wände zu dünn. Neben Lebensmitteln fehlt es besonders an warmer Kleidung und geeigneten Schuhen für den Winter. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen hilft die Diakonie Katastrophenhilfe den Betroffenen.

Überleben sichern in den nicht regierungskontrollierten  Gebieten
In den nicht von der Regierung kontrollierten Gebieten in Donetsk und Lugansk, welche die international nicht anerkannten selbst ernannten Volksrepubliken Donetsk und Lugansk umfasst, ist die humanitäre Lage besonders dramatisch. Die staatliche Verwaltung ist größtenteils zusammengebrochen, Märkte funktionieren nur in einigen Gebieten, viele Menschen sind von Hilfsmöglichkeiten abgeschnitten. Zusammen mit der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche, MISIYA-UOC, leistet die Diakonie Katastrophenhilfe dort Überlebenshilfe für rund 3.500 Personen. So werden Lebensmittel-Kits verteilt und Hygieneartikel ausgebeben, damit die Menschen ihre Grundbedürfnisse decken können.     

Selbst entscheiden was notwendig ist
In der Region Kharkiv werden Vertriebene aus Kleinstädten und abgelegenen Orten durch Hilfsmaßnahmen begünstigt. Sie erhalten elektronische Gutscheine, sogenannte E-Voucher, die sie im lokalen Supermarkt der Kette METRO gegen Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs einlösen können. Die Begünstigten können dabei selbst entscheiden, was sie am dringendsten benötigen – ob Kinderkleidung, Schuhe oder Kochgeschirr. Insgesamt werden mehr als 10.000 Menschen mit diesen Hilfsmaßnahmen erreicht. Um mit der Armut und der anhaltend schwierigen Situation umzugehen, bietet die Partnerorganisation Child Well Beeing Fund (CWBF) im Rahmen des Projekts außerdem Selbsthilfegruppen an. So gibt es beispielsweise Gesprächsgruppen zum Umgang mit Stress und Verlusten, zu gewaltfreier Kommunikation, zu Gesundheit oder zum Umgang mit Geld.

Lebensmittelhilfen für die Schwächsten
Zusammen mit der Partnerorganisation Vostok SOS verteilt die Diakonie Katastrophenhilfe zudem Lebensmittel-Kits und Hygiene-Kits an knapp 19.000 Menschen nahe den Konfliktgebieten in Donestk und Lugansk. Diese Hilfe kommt besonders armen und hilfebedürftigen Menschen, die in den mangelversorgten sozialen Einrichtungen leben, zugute. In der Pufferzone wird außerdem das psycho-soziale Zentrum in Sevierodonestk unterstützt und mobile akute Beratung für etwa 2.400 Menschen angeboten.   

So können Sie helfen

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt mit ihren lokalen Partnern Flüchtlinge in der Konfliktregion. Um die Hilfsmaßnahmen weiter ausbauen zu können sind wir auf Spenden angewiesen. Die Ausstattung von Notunterkünften, die Verteilung von Lebensmittelpakten, Hygienesets und alltäglichen Gebrauchsgegenständen, sowie die Bereitstellung von psychosozialer Hilfe sind im Moment besonders wichtig, um die Lebensumstände der betroffenen Familien zu verbessern.

Diese Seite wurde aktualisert am 09.07.2018