Ukraine

Christian

Hilfe zwischen den Fronten

  • Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt die Flüchtlinge u.a. mit Betten, Decken, LED-Lampen, Kleidung. ©Thomas Lohnes/DKH
    Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt die Flüchtlinge u.a. mit Betten, Decken, LED-Lampen, Kleidung. ©Thomas Lohnes/DKH
  • Das Netz von sozialen Beratungsstellen und Telefon-Hotlines der lokalen Partner der Diakonie Katastrophenhilfe sind offen für die Anliegen der Flüchtlinge. ©Thomas Lohnes/DKH
    Das Netz von sozialen Beratungsstellen und Telefon-Hotlines der lokalen Partner der Diakonie Katastrophenhilfe sind offen für die Anliegen der Flüchtlinge. ©Thomas Lohnes/DKH
  • 2015 - Durch den schweren Beschuss wurde das bestehende Schulhaus schwer beschädigt. Ein Unterricht war unmöglich.
    Durch den schweren Beschuss wurden Schulgebäude und Krankenhäuser schwer beschädigt. ©Hirsch
Seit dem Ausbruch des bewaffneten Konflikts in 2014 zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Truppen im Osten der Ukraine sind die Waffen nie wirklich zur Ruhe gekommen. Immer noch wird fast täglich über Schusswechsel berichtet – die humanitäre Krise hat sich zu einer dauerhaften Katastrophe verschleppt. Die Zahl der intern Vertriebenen beträgt mehr als 1,7 Millionen und nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind mehr als 3,8 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Auf beiden Seiten der Kampflinie breitet sich die Nahrungsmittelunsicherheit aus, die Abhängigkeit der Menschen von externer Hilfe steigt. Durch den anhaltenden Konflikt steigen die Lebenshaltungskosten immer weiter an – wodurch die Armutsrate inzwischen von 20 auf über 65 Prozent angestiegen ist. Zudem ist der Zugang zu humanitärer Hilfe für die Menschen in den nicht von der Regierung kontrollierten Gebieten nach wie vor sehr schwierig. In Zusammenarbeit mit drei lokalen Partnerorganisationen hilft die Diakonie Katastrophenhilfe den Betroffenen.

Überleben sichern in den nicht regierungskontrollierten  Gebieten
In den nicht von der Regierung kontrollierten Gebieten in Donetsk und Lugansk, welche die international nicht anerkannten selbst ernannten Volksrepubliken Donetsk und Lugansk umfasst, ist die humanitäre Lage besonders dramatisch. Die staatliche Verwaltung ist größtenteils zusammengebrochen, Märkte funktionieren nur in einigen Gebieten, viele Menschen sind von Hilfsmöglichkeiten abgeschnitten. Zusammen mit der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche, MISIYA-UOC, leistet die Diakonie Katastrophenhilfe dort Überlebenshilfe für rund 3.500 Personen. So werden Lebensmittel-Kits verteilt und Hygieneartikel ausgebeben, damit die Menschen ihre Grundbedürfnisse decken können.     

Bargeldhilfen für das Notwendigste
Die Begünstigten des Projekts erhalten elektronische Gutscheine, sogenannte E-Voucher, die sie im lokalen Supermarkt der Kette METRO gegen Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs einlösen können. Die Begünstigten können dabei selbst entscheiden, was sie am dringendsten benötigen – ob Kinderkleidung, Schuhe oder Kochgeschirr. Insgesamt werden mehr als 10.000 Menschen mit diesen Hilfsmaßnahmen erreicht. Um mit der Armut und der anhaltend schwierigen Situation umzugehen, bietet die Partnerorganisation Child Well Beeing Fund (CWBF) im Rahmen des Projekts außerdem Selbsthilfegruppen an. So gibt es beispielsweise Gesprächsgruppen zum Umgang mit Stress und Verlusten, zu gewaltfreier Kommunikation, zu Gesundheit oder zum Umgang mit Geld.

Lebensmittelhilfen für die Schwächsten
Zusammen mit der Partnerorganisation Vostok SOS verteilt die Diakonie Katastrophenhilfe zudem Lebensmittel-Kits und Hygiene-Kits an knapp 19.000 Menschen nahe den Konfliktgebieten in Donestk und Lugansk. Diese Hilfe kommt besonders armen und hilfebedürftigen Menschen, die in den mangelversorgten sozialen Einrichtungen leben, zugute. In der Pufferzone wird außerdem das psycho-soziale Zentrum in Sevierodonestk unterstützt und mobile akute Beratung für etwa 2.400 Menschen angeboten.   

So können Sie helfen

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt mit ihren lokalen Partnern Flüchtlinge in der Konfliktregion. Um die Hilfsmaßnahmen weiter ausbauen zu können sind wir auf Spenden angewiesen. Die Ausstattung von Notunterkünften, die Verteilung von Lebensmittelpakten, Hygienesets und alltäglichen Gebrauchsgegenständen, sowie die Bereitstellung von psychosozialer Hilfe sind im Moment besonders wichtig, um die Lebensumstände der betroffenen Familien zu verbessern.

Diese Seite wurde aktualisert am 05.10.2017