Zugang zu Bildung für Menschen mit Behinderung in Jordanien

  • Ausgebildete Physiotherapeuten der Partnerorganisation HLID, helfen den Kindern ihre Mobilität zu verbessern. ©Isabelle Uhr/DKH
Anfang Juli 2017 waren offiziell 661.000 syrische Flüchtlinge in Jordanien registriert. Die Mehrheit von ihnen lebt außerhalb der beiden großen Flüchtlingscamps, Za´atri und Azraq, und kommt in Gastgemeinden unter. Die Lebensbedingungen unter denen die Flüchtlingsfamilien leben sind oftmals katastrophal. Eine Studie des UNHCR belegt, dass in knapp einem Drittel der syrischen Flüchtlingshaushalte in Jordanien mindestens ein Mensch mit Behinderung lebt. Für sie birgt die Bewältigung des Alltags nicht nur zusätzliche Hürden, auch ihre soziale Teilhabe und Inklusion in (Aus-)Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt findet bisher kaum statt.

Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partnerorganisationen verfolgen mit diesem Projekt das nachhaltige Entwicklungsziel, Kindern und Erwachsenen mit Behinderungen den Zugang zu Bildung zu öffnen, die Inklusion in Ausbildungssysteme und den Arbeitsmarkt in Jordanien zu fördern und schließlich die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.

1.250 Kinder und Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen aus der syrischen Flüchtlingsgemeinschaft und der jordanischen Gastgemeinschaft können durch das Projekt direkt erreicht werden. Kinder werden an öffentliche Schulen vermittelt oder erhalten zusätzliche Rehabilitationsmaßnahmen und Therapien. Für die Inklusion in den Arbeitsmarkt werden passende Berufsausbildungsmaßnahmen bereitgestellt und Praktika ermöglicht. Trainings zu Beschäftigungsfähigkeit und Berufsmessen werden abgehalten. Begleitend finden bewusstseinsbildende Maßnahmen für DirektorInnen, LehrerInnen, ArbeitgeberInnen und Familien statt. Indirekt erreicht das Projekt über 6000 Menschen.

Durch das Projekt können nicht nur die Begünstigten ihre Lebensgrundlage verbessern und ihr Einkommen erhöhen, auch Freiwillige aus der syrischen Flüchtlingsgemeinschaft und der jordanischen Gastgemeinschaft werden zu Community-based Rehabilitation Workers ausgebildet, die einen Zugang zu den Gemeinschaften aufbauen. 

Partnerorganisationen: IOCC & IFH

Finanziert durch: Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA)