Mutter-Kind-Beratung für Frauen im Libanon

Freitag, 15. Juni 2018
Die 20-jährige geflüchtete Syrerin Marwa lernt Stilltechniken von ihrer Gruppenleiterin Zeinab.
Nachdem sie Teil einer Müttergruppe von IOCC wurde, lernte die 20-jährige Syrerin Marwa Stilltechniken von ihrer Gruppenleiterin Zeinab. © Rana Hage / IOCC
Seit sieben Jahren herrscht Krieg in Syrien. 6,1 Millionen Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht, 5,1 Millionen Menschen suchen Zuflucht in den Nachbarländern. Die Gesundheitsversorgung in den Flüchtlingssiedlungen ist katastrophal - Frauen und Kinder sind davon besonders betroffen. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist im libanesischen Bekaa Valley vor Ort, um jungen Frauen und werdenden Müttern zu helfen.

Die 20-jährige Marwa* ist aus ihrem Heimatland Syrien geflohen. Seit fünf Jahren lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei kleinen Kindern in einer unbefestigten Siedlung in Saadnayel, im libanesischen Bekaa Valley. Bald nach der Geburt ihres Sohnes Omar*, der heute zwei Monate alt ist, stellte sich heraus, dass ihr Kind von der Brustmilch nicht satt wurde. Omar litt außerdem unter Blähungen, die seine Mutter ebenso erfolglos zu lindern versuchte.  

Hilfe innerhalb der Community

Von ihrer Nachbarin Zeinab* erfuhr Marwa über die Müttergruppen der International Orthodox Christian Charities (IOCC). Hier werden freiwillige Mütter über Mutter-Kind-Gesundheit geschult und anschließend in Gruppen organisiert, um ihr Wissen selbständig mit anderen Frauen aus ihrer Community zu teilen. Die Müttergruppen sind Teil eines größeren Projektes der Diakonie Katastrophenhilfe, welches darauf abzielt, Frauen innerhalb ihrer lokalen Netzwerke über Themen der Mutterschaft und Familienplanung aufzuklären.

Frauen helfen Frauen

Marwas Nachbarin Zeinab ist selbst Flüchtling und leitet eine IOCC Müttergruppe. Sie lebt seit fünf Jahren mit ihren vier Töchtern in Saadnayel. Als Nachbarin hörte sie Omar jeden Tag weinen und bot Marwa ihre Unterstützung an. Sie verbrachte drei ganze Tage mit Marwa, in denen sie ihrer Nachbarin Stilltechniken zeigte und wertvolles Wissen mit ihr teilte. Marwa erfuhr, wie sie ihr Baby während des Stillens halten musste, und wie sie mit sanften Massagen Omars Bauchschmerzen lindern konnte. 

Dadurch, dass mir Zeinab ihre Techniken gezeigt hat, kann ich meinen Sohn nun stillen, er schläft gut und wächst gesund heran, so wie die anderen Kinder.
Erzählt die junge Syrerin Marwa, nachdem sie sich in der Müttergruppe von IOCC ausgetauscht hatte.
Eine geflüchtete Mutter teilt ihr Wissen in einer Mutter-Kind-Gruppe.
Mütter teilen ihr Wissen in Mutter-Kind-Gruppen in ihrer Community. © Rana Hage / IOCC

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft vor Ort

Marwa ist eine von 100 schwangeren Frauen oder Müttern in Bekaa, die sich in den Gruppen von IOCC regelmäßig austauschen und gegenseitig unterstützen. Im Zuge des gesamten Projekts bietet die Diakonie Katastrophenhilfe prä- und postnatale Beratung für 40 schwangere Frauen, die keine professionelle Gesundheitsservices in ihrer Umgebung in Anspruch nehmen, und schafft Bewusstsein für Mutter-Kind-Gesundheit bei 200 weiteren Frauen.

*Die Namen der genannten Personen wurden geändert.