Kirchliche Angebote für Kinder und Jugendliche in Syrien

  • Gemeinsame Freizeitaktivitäten in den Kirchenräumlichkeiten geben den Kindern ein Stück Normalität.
    Gemeinsame Freizeitaktivitäten in den Kirchenräumlichkeiten geben den Kindern ein Stück Normalität.
  • Es wird miteinander gesungen, gespielt, aus der Bibel erzählt und gebetet.
    Es wird miteinander gesungen, gespielt, gebastelt und aus der Bibel erzählt. Für die Kinder ist es ein Ort der Sicherheit und des Vertrauens.
  • Wöchentlich treffen sich aktuell 1200 Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Kirchengemeinden. Auch in umkämpften Regionen finden die Treffen statt.
    Wöchentlich treffen sich insgesamt 1200 Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Kirchengemeinden. Auch in umkämpften Regionen finden die Treffen statt.

Tagtäglich erreichen uns neue Schreckensmeldungen aus Syrien. In seinem sechsten Bürgerkriegsjahr hat der Konflikt weiter an Grausamkeit zugenommen und Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Besonders dramatische Auswirkungen hat die anhaltende Vertreibung auf die christliche Minderheit im Land. Vor Ausbruch des Bürgerkriegs bekannten sich noch mehr als zehn Prozent der syrischen Bevölkerung zum christlichen Glauben; heute liegt der Anteil bei knapp fünf Prozent.

Für all Christinnen und Christen, die noch in Syrien leben, sind Kirchen bis heute ein wichtiger Halt und Ort des Vertrauens. Vertrauen, das in den vergangenen Jahren durch die Vorgehensweise der Regierung, Opposition und die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft stark gelitten hat. Zu oft hat man Hilfe erwartet und wurde dann bitter enttäuscht.

„Wenn wir unsere Gemeindearbeit nicht weiterführen würden, wären innerhalb weniger Monate alle Christen aus Aleppo verschwunden“
Haroutune Selimian, Pfarrer einer Kirchgemeinde der Armenisch-Evangelischen Christen

Seine Kirche ist jeden Sonntag voll. „Die Menschen bekommen bei uns nichts. Sie kommen, weil die Kirche ihnen bleibende Werte wie Gemeinschaft und Hoffnung bietet“, so der Pfarrer.

Das ist besonders wichtig für Kinder, denen der Krieg die unbeschwerten Jahre ihres Lebens gestohlen hat. Viele können sich an nichts anderes mehr erinnern als an Unsicherheit, Gewalt, Misstrauen und Chaos. Wie sehr sich Kinder in Syrien nach Gemeinschaft und etwas Normalität in diesen verzweifelten Zeiten sehnen, zeigt das riesige Interesse an kirchlichen Angeboten für Kinder. Bis Anfang 2016 hatte jede der zwölf Kirchgemeinden der Presbyterianer und der Armenisch-Evangelischen in Syrien eine Sonntagschule. Die wöchentlichen Treffen wurden je nach Kirchgemeinde von 10 bis 20 Kindern besucht. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen der Diakonie konnten die traditionellen Sonntagschultreffen zu kleinen Freizeitprogrammen ausgebaut werden. Neben einer biblischen Geschichte, Gebet und Liedern, machen die Kinder Bastelarbeiten, spielen im Vorhof der Kirche, gehen einmal auf einen Ausflug und bekommen eine kleine Mahlzeit.

Zu Projektstart im März 2016 rechneten die syrischen Kirchgemeinden damit, dass insgesamt 500 Kinder an den wöchentlichen Treffen teilnehmen. Innerhalb von wenigen Monaten waren es bereits 1200 Kinder. Sie kommen aus unterschiedlichen christlichen Gemeinden. Einige darunter sind auch Muslime, die von ihren Eltern geschickt werden, weil sie das Angebot der Kirchen schätzen. Trotz der unsicheren Lage in vielen Teilen Syriens, finden die Programme jede Woche statt. Dies gilt auch für Aleppo, wo sich fünf der Projektgemeinden befinden. Selbst wenn die Situation unsicher ist, würden die Kinder kommen wollen. „Sie kämpfen darum, dass ihnen nicht auch noch das letzte Stückchen Normalität und Unbeschwertheit weggenommen wird“, sagt Pfarrer Selimian.

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