Syrien

Hilfe für Menschen auf der Flucht
  • Mangelernährung bei Kindern ist ein allgegenwärtiges Thema. Im Libanon unterstützt die Diakonie ein Vorsorgeprojekt für werdende und stillende Mütter. ©Paul Jeffrey/ACT
    Mangelernährung bei Kindern ist ein allgegenwärtiges Thema. Im Libanon unterstützt die Diakonie ein Vorsorgeprojekt für werdende und stillende Mütter. ©Ben Nausner/DKH
  • Ein Mitarbeiter von IOCC/GOPA versorgt Schwerkranke mit lebensnotwendigen Medikamenten. ©IOCC/GOPA
    Ein Mitarbeiter von IOCC/GOPA versorgt einen chronischkranken Mann mit lebensnotwendigen Medikamenten. ©IOCC/GOPA
  • In einer Gemeinschaftsküche im Libanon wird Essen für besonders bedürftige Familien zubereitet
    In Gemeinschaftsküchen kochen syrische und libanesische Frauen und versorgen so hunderte Haushalte mit einer warmen Mahlzeit am Tag. ©Paul Jeffrey/ACT
  • Ausgebildete Physiotherapeuten der Partnerorganisation HLID, helfen den Kindern ihre Mobilität zu verbessern. ©Isabelle Uhr/DKH
    In Jordanien erhalten Menschen mit Behinderung fachgerechte Begleitung Zugang zu Bildungsmaßnahmen. ©Isabelle Uhe/DKH
  • Ein Vater mit seinem Sohn in
    In den bevorstehenden Wintermonaten erwarten Flüchtlingsfamilien erneut kältere Temperaturen - in den kommenden Wochen beginnen die Vorbereitungen darauf. ©Thomas Lohnes/DKH
Die Welle der Gewalt findet in Syrien und dem Irak kein Ende. Der syrische Bürgerkrieg ist im sechsten Jahr noch unüberschaubarer und gewalttätiger geworden – eine humanitäre Katastrophe für die gesamte Region. Millionen Menschen sind auf der Flucht und auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft seit 2012 mit lokalen Partnerorganisationen Menschen in Not.
Seit Ausbruch des Krieges in Syrien im März 2011 und durch den gewaltsamen Vormarsch des sogenannten IS (Islamischer Staat) im Irak und in Syrien, hat sich die Lage der Bevölkerung in der Region immer weiter verschlechtert. Ein Ende der dramatischen Situation ist vorerst nicht absehbar. Nicht nur die geflohene Bevölkerung leidet unter dem täglichen Überlebenskampf und fehlender Perspektiven. Über die Jahre hat auch die Bevölkerung der aufnehmenden Gastländer die negativen Auswirkungen der dauerhaften Krise zu spüren bekommen.

AKTUELLE ZAHLEN

  • Mehr als 13,5 Millionen Menschen in Syrien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen
  • 6,3 Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht
  • 5,1 Millionen suchen aktuell in den Nachbarstaaten Zuflucht
  • Mehr als 400.000 Tote seit Beginn des Kriegs

Nachbarstaaten am Limit
„Die Infrastruktur im Libanon ist völlig überlastet. Schulen, Krankenhäuser, Wasserversorgung oder das Straßennetz brechen unter der großen Zahl an zu versorgenden Menschen zusammen“, berichtet Ruba Khoury Leiterin der Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe im Libanon. Flüchtlingsfamilien suchen sowohl in städtischem, wie auch in ländlichem Raum Schutz und Wohnraum in Zelten, nicht fertig gebauten Häusern, Garagen oder auch in Mietwohnungen. Diese Menschen mit lebensnotwendigen Hilfsmitteln zu erreichen, ist eine besondere Herausforderung für die lokalen Helfer. Das unvorstellbare Leid der Betroffenen wiegt im bevorstehenden Winter besonders schwer. Neben der Versorgung mit ausreichend Nahrung, warmer Kleidung, Heizungen, Öfen und Heizmaterial ist der Zugang zu medizinscher Versorung und Medikamenten in vielen Regionen schwer. Nicht nur die geflohene Bevölkerung leidet unter dem täglichen Überlebenskampf und der fehlenden Perspektive. Über die Jahre hat auch die Bevölkerung der aufnehmenden Gastländer die negativen Auswirkungen der dauerhaften Krise zu spüren bekommen.

Zugang zu Bildung für Menschen mit Behinderung
Eine Studie des UNHCR belegt, dass in knapp einem Drittel der syrischen Flüchtlingshaushalte in Jordanien mindestens ein Mensch mit Behinderung lebt. Für sie birgt die Bewältigung des Alltags nicht nur zusätzliche Hürden, auch ihre soziale Teilhabe und Inklusion in (Aus-)Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt findet bisher kaum statt. Mit einem Schwerpunktprogramm für Menschen mit Behinderung in Jordanien arbeitet die Diakonie Katastrophenhilfe an der besseren Einbindung von syrischen Flüchtlingen in die lokale Gemeinschaft. So werden etwa Kinder mit Behinderungen an öffentliche Schulen vermittelt oder erhalten zusätzliche Rehabilitationsmaßnahmen und Therapien. Für die Inklusion in den Arbeitsmarkt werden passende Berufsausbildungsmaßnahmen bereitgestellt und Praktika ermöglicht. Trainings zu Beschäftigungsfähigkeit und Berufsmessen werden abgehalten. Begleitend finden bewusstseinsbildende Maßnahmen für DirektorInnen, LehrerInnen, ArbeitgeberInnen und Familien statt.

Uns ist es ein besonderes Anliegen, dass Menschen mit Behinderung gerade in einer Krisensituation wie sie in den Nachbarländern zu Syrien herrscht, nicht in Vergessenheit geraten. Mit Hilfe unserer lokalen Partner unterstützen wir sie dabei, dass sie ihre Potenziale einsetzen können. So können sie einen wichtigen Beitrag in der lokalen Gemeinschaft leisten und werden sichtbar
Dagmar Lassmann, Leitung Diakonie Katastrophenhilfe

Medikamente für kranke Menschen

Besonders dramatisch ist die Lage für Menschen mit chronischen Krankheiten, die einer stetigen Behandlung bedürfen. Aktuell sterben in Syrien schätzungsweise genauso viele Menschen an nicht behandelten chronischen Krankheiten wie an Kriegsverletzungen. Um diesen Menschen zu helfen, setzt die Diakonie Katastrophenhilfe derzeit zusammen mit dem Partner IOCC ein Projekt für Menschen mit schweren chronischen Krankheiten um. Dabei werden chronisch kranke Menschen oder Krebspatienten versorgt, die ohne Medikamente nicht oder nur mit hohem Gesundheitsrisiko überleben können. In Zusammenarbeit mit Apotheken und medizinischen Einrichtungen vor Ort stellt IOCC lebensnotwendige Arzneimittel für die Betroffenen zur Verfügung. Diese hätten sonst weder Zugang noch die nötigen finanziellen Mittel für die Therapie. Viele Menschen, die an Krebs oder einer chronischen Krankheit wie Diabetes und Immunkrankheiten leiden, können nun medizinisch versorgt werden. Durch das Projekt werden insgesamt 585 chronisch kranke Menschen in verschiedenen Teilen des Landes versorgt. Finanziert wird es ausschließlich mit Spendenmitteln.

Perspektiven schaffen

Die langanhaltende Krise verlangt immer mehr nach alternativen Lösungen für die betroffene Bevölkerung. Zusätzlich zu den lebensrettenden Maßnahmen vor allem für neu eintreffende Familien, müssen mittelfristige Perspektiven für die Menschen geschaffen werden, die sich bereits seit mehreren Monaten oder sogar Jahren auf der Flucht befinden und keine Aussicht auf baldige Rückkehr haben. Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt daher mit lokalen Partnerorganisationen Projekte um, die der betroffenen Bevölkerung eine würdevolle Unterstützung in der akuten Notlage verschaffen und sowohl für Flüchtlinge als auch für Gasthaushalte Perspektiven für stabile Lebensverhältnisse schaffen und neue Entwicklungschancen eröffnen.

Hilfe außerhalb der Camps und in Gastgemeinden

Die Hilfsbereitschaft und -möglichkeiten der Bevölkerung in den aufnehmenden Gemeinden stoßen längst an ihre Grenzen und der Bedarf an humanitärer Hilfe steigt weiter an. Schwerpunkt der Nothilfe der Diakonie Katastrophenhilfe in den Nachbarländern Syriens ist die Versorgung der Flüchtlingsfamilien vor allem außerhalb der Camps sowie die Unterstützung von Gastgeberfamilien und Gemeinden. Dazu gehört die Bereitstellung von Unterkünften, Kleidung, Decken, Öfen und Kohle, Nahrungsmitteln oder Einkaufsgutscheinen, die Zahlung von Mietzuschüssen sowie die Verteilung von Hygieneartikeln und anderem Alltagsbedarf.
Daneben unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Gemeinschaftsküchen im Libanon und hilft durch psychosoziale Unterstützung bei der  Bewältigung von Kriegstraumata. Mit Ernährungs- und medizinischer Beratung für schwangere Frauen, Mütter und ihre Säuglinge leistet die Diakonie darüber hinaus einen wichtigen Beitrag um Mangelernährung zu verhindern. Im Syrien selbst erhalten chronisch-kranke Menschen Medikamente und medizinische Betreuung.

So können Sie helfen

Um noch mehr Menschen zu erreichen, ist die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit ihren Partnern auf Spenden angewiesen. Mit zusätzlichen Mitteln kann die Diakonie Katastrophenhilfe die laufenden Maßnahmen weiter unterstützen und außerdem den Fokus auf längerfristige und nachhaltige Unterstützung der Begünstigten legen. 

Online Spenden für Nothilfe in Syrien

Diese Seite wurde aktualisert am 25.07.2017