Syrien

Hilfe für Menschen auf der Flucht
  • Warme Kleidung und Schuhe helfen Flüchtlingen in Hatay, Osttürkei, sich auf den kalten Winter vorzubereiten. ©Kerem Yücel/STL
    Warme Kleidung und Schuhe helfen Flüchtlingen in Hatay, Osttürkei, sich auf den kalten Winter vorzubereiten. ©Kerem Yücel/STL
  • Ein Vater mit seinem Sohn in
    In den bevorstehenden Wintermonaten erwarten Flüchtlingsfamilien erneut kältere Temperaturen. ©Thomas Lohnes/DKH
  • Mit der Untersuchung und Betreuung von schwangeren Frauen, Müttern mit Säuglingen und Kleinkindern helfen die lokalen Partner der Diakonie Mangelernährung zu verhindern. ©Ben Nausner/DKH
    Mangelernährung bei Kindern ist ein allgegenwärtiges Thema. Im Libanon unterstützt die Diakonie ein Vorsorgeprojekt für werdende und stillende Mütter. ©Ben Nausner/DKH
  • In einer Gemeinschaftsküche im Libanon wird Essen für besonders bedürftige Familien zubereitet
    In Gemeinschaftsküchen kochen syrische und libanesische Frauen und versorgen so hunderte Haushalte mit einer warmen Mahlzeit am Tag. ©Paul Jeffrey/ACT
Die Welle der Gewalt findet in Syrien und dem Irak kein Ende. Der syrische Bürgerkrieg ist im sechsten Jahr noch unüberschaubarer und gewalttätiger geworden – eine humanitäre Katastrophe für die gesamte Region. Millionen Menschen sind auf der Flucht und auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft seit 2012 mit lokalen Partnerorganisationen Menschen in Not.
Seit Ausbruch des Krieges in Syrien im März 2011 und durch den gewaltsamen Vormarsch des sogenannten IS (Islamischer Staat) im Irak und in Syrien, hat sich die Lage der Bevölkerung in der Region immer weiter verschlechtert. Ein Ende der dramatischen Situation ist vorerst nicht absehbar. Nicht nur die geflohene Bevölkerung leidet unter dem täglichen Überlebenskampf und fehlender Perspektiven. Über die Jahre hat auch die Bevölkerung der aufnehmenden Gastländer die negativen Auswirkungen der dauerhaften Krise zu spüren bekommen.

AKTUELLE ZAHLEN

  • Mehr als 13,5 Millionen Menschen in Syrien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen
  • 6,5 Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht
  • Knapp 5 Millionen suchen aktuell in den Nachbarstaaten Zuflucht
  • Mehr als 260.000 Tote seit Beginn des Kriegs

Aleppo: Hilfe ist dringend notwendig
Besonders zugespitzt hat sich in den vergangenen Monaten die kriegerische Auseinandersetzung in und um die syrische Stadt Aleppo. Viele der noch vor Ort lebenden Menschen haben Familienmitglieder und Freunde durch die andauernde Bombardierung verloren. Krankenhäuser, Straßen und Häuser sind zerstört - ein Überleben ist nur unter widrigsten Bedingungen möglich. Besonders dramatisch ist die Lage für Menschen mit chronischen Krankheiten, die einer stetigen Behandlung bedürfen. Aktuell sterben in Syrien schätzungsweise genauso viele Menschen an nicht behandelten chronischen Krankheiten wie an Kriegsverletzungen.
 

Hilfe für den Winter

In Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation STL bereitet die Diakonie Katastrophenhilfe im Osten der Türkei die Menschen seit November auf den Winter vor. Dafür erhalten sie Geldkarten, die mit einem Betrag von 50 Euro pro Person aufgeladen werden. In Geschäften können die Flüchtlinge dann auswählen, was sie am dringendsten für den Winter benötigen. Das Angebot reicht von wärmender Kleidung und Decken bis hin zu Heizöl.
In Jordanien werden über den langjährigen Partner IOCC in den kommenden Wochen Decken, Matratzen und Kleidung an Familien die außerhalb der Camps leben verteilt.

Nachbarstaaten am Limit

„Die Infrastruktur im Libanon ist völlig überlastet. Schulen, Krankenhäuser, Wasserversorgung oder das Straßennetz brechen unter der großen Zahl an zu versorgenden Menschen zusammen“, berichtet Ruba Khoury Leiterin der Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe im Libanon. Flüchtlingsfamilien suchen sowohl in städtischem, wie auch in ländlichem Raum Schutz und Wohnraum in Zelten, nicht fertig gebauten Häusern, Garagen oder auch in Mietwohnungen. Diese Menschen mit lebensnotwendigen Hilfsmitteln zu erreichen, ist eine besondere Herausforderung für die lokalen Helfer. Das unvorstellbare Leid der Betroffenen wiegt im bevorstehenden Winter besonders schwer. Neben der Versorgung mit ausreichend Nahrung, warmer Kleidung, Heizungen, Öfen und Heizmaterial ist der Zugang zu medizinscher Versorung und Medikamenten in vielen Regionen schwer. Nicht nur die geflohene Bevölkerung leidet unter dem täglichen Überlebenskampf und der fehlenden Perspektive. Über die Jahre hat auch die Bevölkerung der aufnehmenden Gastländer die negativen Auswirkungen der dauerhaften Krise zu spüren bekommen.

„Die Krise in Syrien ist zum größten humanitären Notfall unserer Zeit geworden“
UNHCR-Kommissar António Guterres, 2014

Perspektiven schaffen

Die langanhaltende Krise verlangt immer mehr nach alternativen Lösungen für die betroffene Bevölkerung. Zusätzlich zu den lebensrettenden Maßnahmen vor allem für neu eintreffende Familien, müssen mittelfristige Perspektiven für die Menschen geschaffen werden, die sich bereits seit mehreren Monaten oder sogar Jahren auf der Flucht befinden und keine Aussicht auf baldige Rückkehr haben. Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt daher mit lokalen Partnerorganisationen Projekte um, die der betroffenen Bevölkerung eine würdevolle Unterstützung in der akuten Notlage verschaffen und sowohl für Flüchtlinge als auch für Gasthaushalte Perspektiven für stabile Lebensverhältnisse schaffen und neue Entwicklungschancen eröffnen.

So hilft die Diakonie Katastrophenhilfe

Die Hilfsbereitschaft und -möglichkeiten der Bevölkerung in den aufnehmenden Gemeinden stoßen längst an ihre Grenzen und der Bedarf an humanitärer Hilfe steigt weiter an. Schwerpunkt der Nothilfe der Diakonie Katastrophenhilfe in den Nachbarländern Syriens ist die Versorgung der Flüchtlingsfamilien vor allem außerhalb der Camps sowie die Unterstützung von Gastgeberfamilien und Gemeinden. Dazu gehört die Bereitstellung von Unterkünften, Kleidung, Decken, Öfen und Kohle, Nahrungsmitteln oder Einkaufsgutscheinen, die Zahlung von Mietzuschüssen sowie die Verteilung von Hygieneartikeln und anderem Alltagsbedarf.
Daneben unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Gemeinschaftsküchen im Libanon und hilft durch psychosoziale Unterstützung bei der  Bewältigung von Kriegstraumata. Mit Ernährungs- und medizinischer Beratung für schwangere Frauen, Mütter und ihre Säuglinge leistet die Diakonie darüber hinaus einen wichtigen Beitrag um Mangelernährung zu verhindern. Im Syrien selbst erhalten chronisch-kranke Menschen Medikamente und medizinische Betreuung.

So können Sie helfen

Um noch mehr Menschen zu erreichen, ist die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit ihren Partnern auf Spenden angewiesen. Mit zusätzlichen Mitteln kann die Diakonie Katastrophenhilfe die laufenden Maßnahmen weiter unterstützen und außerdem den Fokus auf längerfristige und nachhaltige Unterstützung der Begünstigten legen. 

Online Spenden für Nothilfe in Syrien

Diese Seite wurde aktualisert am 12.01.2017