Somalia, Äthiopien, Südsudan, Simbabwe

Dürre und Hunger in Teilen Afrikas
  • Ernteausfälle und gewaltsame Konflikte - dem Südsudan droht eine Hungerkatastrophe.©Paul Jeffrey/ACT
    Ernteausfälle und gewaltsame Konflikte - der Südsudan kommt seit Jahren nicht mehr zur Ruhe.©Paul Jeffrey/ACT
  • Um frisches Trinkwasser zu bekommen müssen viele Familien lange Fußmärsche zurücklegen. ©Christof Krackhardt
    Um frisches Trinkwasser zu bekommen müssen viele Familien lange Fußmärsche zurücklegen. ©Christof Krackhardt
Ob starke Regenfälle oder Dürren – extreme Wetterverhältnisse prägen Ostafrika und das südliche Afrika schon immer. Prognosen zufolge, wird das Wetterphänomen El Niño die Situation in den kommenden Wochen weiter verschärfen. Überschwemmungen drohen vor allem in Somalia und Kenia. Mit ausgedörrten Böden und staubtrockenen Feldern kämpfen dagegen einige Regionen in Äthiopien und Simbabwe. Mehr als zehn Millionen Äthiopier leiden bereits jetzt unter der anhaltenden Trockenheit. In Simbabwe wurde der Katastrophenzustand ausgerufen. Auch im Südsudan hungern Menschen. Mehr als 920.000 Flüchtlinge suchen Schutz vor den anhaltenden gewaltsamen Konflikten, fliehen in sichere Regionen oder in die Nachbarländer. Die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet eng mit lokalen Partnern des ACT Alliance Hilfsnetzwerkes zusammen und unterstützt die Menschen in der Region.

Folgen von El Niño am Beispiel Äthiopien

Äthiopien ist am Rande einer Hungerkatastrophe. Mangelnder Niederschlag im Sommer, der für die spartanische Subsistenzlandwirtschaft so notwendig ist, ist in den vergangenen Jahren nur sehr gering ausgefallen. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr das Klimaphänomen El Nino besonders ausgeprägt ist. Als Folge kommt es im Westen Äthiopiens zu Überflutungen, und im Osten insbesondere in der an Eritrea grenzenden Afar Wüste herrscht Dürre. Zudem fehlt es den Menschen in den westlichen Landesteilen an Saatgut, um neue Felder anzubauen.

Die Vereinten Nationen (UN) warnt vor eine der größten Hungerkatastrophen seit 30 Jahren. Clemens von Heimendahl, Leiter des Regionalbüros in Afrika der Diakonie Katastrophenhilfe Deutschland, berichtet alarmierendes. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat über ihr Hilfsnetzwerk bereits im letzten Jahr mit Nothilfemaßnahmen begonnen, so werden im Norden der Afar Wüste Kleinkinder und stillende Mütter mit vitaminreicher Kost versorgt und im südlichen Teil Brunnen repariert und neu gebohrt. Beide Projekte, die mit lokalen Kirchen durchgeführt werden sind erweiterbar, erklärt von Heimendahl, aber die Mittel sind begrenzt.

Bereits zehn Millionen Menschen Menschen in Äthiopien sind bereits aus akute Lebensmittelhilfe angewiesen. Die UN schätzt, dass sich die Zahl innerhalb weniger Monate verdoppeln wird. Die Preise für Vieh sind um fast 70 Prozent gesunken, da es kaum Futter für die Tierhaltung gibt. Auf der anderen Seite explodieren die Lebensmittelpreise. In besonders betroffenen Regionen haben sie sich verdoppelt. „Es ist ein Teufelskreis, der sich hier abspielt, viele Familien haben ihr Essverhalten angepasst und rationieren ihr Essen auf eine Mahlzeit am Tag“, berichtet von Heimendahl. „Die Kinder die wir an der Straße und in den Orten treffen haben Anzeichen von chronischer Mangelernährung. Sie hungern bereits seit ein paar Wochen.“

Viele Kinder können nicht mehr in die Schule gehen, da sich die Eltern den Schulbesuch nicht leisten können. Die Landflucht in Richtung der großen Städte nimmt täglich zu. Immer mehr Menschen arbeiten dann als Tagelöhner auf der Suche nach Einkommen oder sind auf Almosen angewiesen.

Diakonie leistet Katastrophenvorsorge und Nothilfe

In besonders schwer von den Auswirkungen von El Niño betroffenen Regionen leistet die Diakonie bereits Nothilfe über ihr Netzwerk von lokalen Partnerorganisationen. Im Südsudan wird das Schulspeisungsprogram für Kinder un Jugendlicher weiter ausgebaut (mehr als 15.000 Kinder erhalten so täglich eine warme Mahlzeit) bzw. Projekte zur Gesundheitsvorsorge gestartet. In Äthiopien werden besonder gefährdete Menschen wie Kinder und Mütter mit Nahrungsmittel versorgt und die Trinkwasserversorgung für Mensch und Tier sichergestellt.
Um besser auf die in den kommenden Wochen erwarteten Regenfälle in Somalia vorbereitet zu sein werden "El-Nino" Kits verteilt So können Unterkünfte wetterfest gemacht und stabilisiert werden. In Kenia werden Programme zur Katastrophenvorsorge ausgebaut. In Feldschulen tauschen sich die lokalen Bauern über Anbaumethoden aus und können so voneinander lernen.

So können Sie helfen

Damit die Hilfsmaßnahmen laufend erweitert werden können sind die lokalen Partnerorganisationen der Diakonie auf Spenden angewiesen. Schon jetzt ist absehbar, dass Dürre und Überflutungen die humanitäre Notsituation der Menschen in weiten Teilen Afrikas weiter verschlechtern wird.

Diese Seite wurde aktualisert am 15.11.2016