Somalia, Äthiopien, Südsudan, Simbabwe

Dürre in Afrika: Hoffen auf Regen
  • Um frisches Trinkwasser zu bekommen müssen viele Familien lange Fußmärsche zurücklegen. ©Christof Krackhardt
    Um frisches Trinkwasser zu bekommen müssen viele Familien lange Fußmärsche zurücklegen. ©Christof Krackhardt
  • Ernteausfälle und gewaltsame Konflikte - dem Südsudan droht eine Hungerkatastrophe.©Paul Jeffrey/ACT
    Ernteausfälle und gewaltsame Konflikte - der Südsudan kommt seit Jahren nicht mehr zur Ruhe.©Paul Jeffrey/ACT
  • Verendetes Vieh der Afar-Nomaden: Verursacht durch die größte Dürre seit 35 Jahren. ©Christof Krackhardt
Im weiten Teilen Afrikas herrscht aktuell die größte Dürre seit 35 Jahren. Schätzungen der UN zufolge wird die Hochphase der Dürre noch bis März 2017 anhalten, insgesamt sind 32 Millionen Menschen von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen. Die extremen Wetterlagen sind dabei in Afrika sehr unterschiedlich: Während in einigen Regionen die extreme Dürre den Boden verdorren lässt, kommt es in anderen Teilen zu sintflutartigen Regenfällen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind über 50 Millionen Menschen akut von Hunger und Mangelernährung bedroht. Die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet eng mit lokalen Partnern des ACT Alliance Hilfsnetzwerkes zusammen und unterstützt die Menschen in der Region.

Dürre am Horn von Afrika

In den vergangenen Monaten hat sich die Situation in der Region weiter zugespitzt. Die für Oktober und Dezember erwarteten Regenfälle sind weitgehend ausgeblieben oder schwächer ausgefallen als in vorangegangenen Regenperioden. Betroffen sind Somalia, das südöstliche Äthiopien und der Nordosten Kenias – ein Gebiet mit mehr als 15 Millionen Menschen.

Viehhirten und Bauern verlieren ihre Lebensgrundlage. Die Folgen reichen in alle Lebensbereiche: Mehr als 2,5 Million Menschen in Somalia haben keinerlei Gesundheitsversorgung. Nicht einmal ein Drittel der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Jedes siebte Kind stirbt noch vor dem fünften Lebensjahr, häufig an leicht vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall oder Malaria. Etwa 1,8 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren gehen nicht zur Schule. In Somalia fehlt den Menschen fast alles, was sie zum Leben brauchen: Nahrung, Wasser, ein festes Dach, Sicherheit, Chancen und Perspektiven. Demgegenüber steht laut Vereinten Nationen aktuell die größte Finanzierungslücke für humanitäre Hilfe seit Jahren.

Die Vereinten Nationen (UN) warnt vor eine der größten Hungerkatastrophen seit 35 Jahren. Clemens von Heimendahl, Leiter des Regionalbüros in Afrika der Diakonie Katastrophenhilfe Deutschland, berichtet alarmierendes.

Schon seit Monaten  beobachten wir die Lage am Horn von Afrika mit Sorge. Zwischen Oktober und Dezember kommt es normalerweise zu Regenfällen. Doch die sind diesmal ausgeblieben, oder deutlich schwächer als sonst gekommen. Betroffen sind Somalia, das südöstliche Äthiopien und der Nordosten Kenias – ein Gebiet mit mehr als 15 Millionen Menschen.
Clemens von Heimendahl

Ernteausfälle im südlichen Afrika

Das Wetterphänomen El Niño lässt auch das südliches Afrika nicht zur Ruhe kommen. Mosambik leidet seit mehreren Jahren wie die Nachbarländer Malawi und Simbabwe unter einer anhaltenden Dürre. Die Folgen sind Viehsterben und Ernteausfälle. Während der Regenzeit können die mittlerweile versandeten und verdörrten Böden kaum Wasser mehr binden was zu Überschwemmungen führt die Ernten zerstören und weiteren Druck auf die lokale Bevölkerung ausüben.

Diakonie leistet Katastrophenvorsorge und Nothilfe

In besonders schwer von den Auswirkungen von El Niño betroffenen Regionen leistet die Diakonie bereits Nothilfe über ihr Netzwerk von lokalen Partnerorganisationen. Im Südsudan wird das Schulspeisungsprogram für Kinder und Jugendliche weiter ausgebaut (mehr als 15.000 Kinder erhalten so täglich eine warme Mahlzeit) bzw. Projekte zur Gesundheitsvorsorge gestartet. In Äthiopien werden besonder gefährdete Menschen wie Kinder und Mütter mit Nahrungsmittel versorgt und die Trinkwasserversorgung für Mensch und Tier sichergestellt.
Um besser auf die in den kommenden Wochen erwarteten Regenfälle in Somalia vorbereitet zu sein werden Shelter-Kits verteilt. So können Unterkünfte wetterfest gemacht und stabilisiert werden. In Kenia werden Programme zur Katastrophenvorsorge ausgebaut. In Feldschulen tauschen sich die lokalen Bauern über Anbaumethoden aus und können so voneinander lernen.

So können Sie helfen

Damit die Hilfsmaßnahmen laufend erweitert werden können sind die lokalen Partnerorganisationen der Diakonie auf Spenden angewiesen. Schon jetzt ist absehbar, dass Dürre und Überflutungen die humanitäre Notsituation der Menschen in weiten Teilen Afrikas weiter verschlechtern wird.

Diese Seite wurde aktualisert am 06.02.2017