Rohingya in Bangladesch

Christian

Nothilfe für Rohingya

  • In notdürftigen Utnerkünften leben großteils Kinder und Frauen unter widrgisten Lebensbedingungen. ©Paul Jaffreay/ACT
    In notdürftigen Unterkünften leben Kinder und Frauen unter widrigsten Lebensbedingungen. ©Paul Jaffrey/ACT
  • Decken, Planen und Lebensmittel erleichtern Rohingya-Familien das Leben.©Paul Jeffrey
    In Kooperation mit der ACT Alliance werden an Familien dringend benötigte Lebensmittel und Hygieneartikel sowie Zelte, Decken und Planen verteilt. ©Paul Jeffrey/ACT
  • Völlig erschöpft von der Flucht werden neu ankommende Flüchtlinge notversorgt. 320.000 von ihnen sind Kinder. ©Paul Jeffrey/ACT
    Völlig erschöpft von der Flucht werden neu ankommende Flüchtlinge notversorgt. 350.000 von ihnen sind Kinder. ©Paul Jeffrey/ACT
  • Um Mangelernährung unter Kleinkindern zu verhindern, wird Spezialnahrung verteilt. ©Paul Jeffrey/ACT
    Um Mangelernährung unter Kleinkindern zu verhindern, wird Spezialnahrung verteilt. ©Paul Jeffrey/ACT
  • In den Flüchtlingslagern herrschen schlimme Zustände. Die Menschen benötigen dringend Nahrung, Wasser, Schutz und medizinische Versorgung. ©ICCO/ACT
  • Die Meisten stranden in Vertriebenenlagern unweit der Grenze. Viele schlafen nach ihrer Ankunft unter freiem Himmel oder in notdürftig errichteten Zelten. ©ICCO/ACT
Seit Ende August 2017 sind rund 800.000 Angehörige der Minderheit Rohingya vor der jüngsten Militärkampagne in Myanmar nach Bangladesch geflohen, darunter mehr als 400.000 Kinder. Das Ausmaß dieser Katastrophe ist kaum in Worte zu fassen – Menschenrechtler sprechen von „ethnischer Säuberung“. Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet gemeinsam mit Partnerorganisationen der ACT Alliance Nothilfe für die Vertriebenen.

Ende August 2017 ist in Myanmar eine neue Welle der Gewalt gegen Angehörige der muslimischen Minderheit Rohingya ausgebrochen. Mindestens 6700 Rohingya sind seit Beginn der Unruhen ums Leben gekommen. Mit letzter Kraft haben sich völlig erschöpfte Menschen, mehrheitlich Frauen und Kinder, über die Grenze nach Bangladesch in den Distrikt Cox´s Bazar geschleppt. Sie haben tagelange Fußmärsche durch unwegsames Gelände hinter sich, haben nicht nur ihre Kinder, sondern auch alte und kranke Angehörige getragen. Abertausende wagten riskante Überfahrten in Booten entlang der gefährlichen Küste, um den Nachbarstaat zu erreichen.

Mehr als die Hälfte der Vertriebenen sind Kinder

Sie haben tagelange Fußmärsche oder riskante Überfahrten über das Meer auf sich genommen. Viele Flüchtlinge erreichen die Gemeinden hinter der Grenze verletzt: Sie berichten von Angriffen während der Flucht, von Schüssen, Bränden, Landminen und Vergewaltigungen. Die meisten Flüchtlinge sind Frauen, darunter auch Mütter mit Kindern und Neugeborenen, die völlig erschöpft in den Lagern Schutz suchen. Viele schlafen nach ihrer Ankunft unter freiem Himmel oder in notdürftig errichteten Zelten. Sie besitzen nur noch, was sie tragen konnten. Angekommen in den Flüchtlingslagern im bitterarmen Nachbarland Bangladesch fehlt es ihnen an Allem: Es gibt nicht genügend Nahrung,  kein sauberes Trinkwasser. Es fehlt an Zelten, sanitären Einrichtungen und Gesundheitsversorgung. Die Menschen benötigen dringend Hilfe. Denn auch wenn es schon vorher Flüchtlingscamps in Cox´s Bazar gab, auf solche Menschenmassen war niemand vorbereitet.

Hygienische Bedingungen katastrophal

Vor allem die hygienischen Bedingungen sind menschenunwürdig. Durchschnittlich steht 100 Menschen nur eine Toilettanlage zur Verfügung. Die Gefahr des Ausbruchs von Cholera und anderer lebensbedrohlicher Infektionskrankheiten ist besonders hoch. Um das Leben der Menschen in den Camps zu sichern, bedarf es neben Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln vor allem zusätzlicher Latrinen und sanitärer Einrichtungen. Zudem sind rund zehn Prozent aller Flüchtlinge schwangere und stillende Frauen.  

So helfen wir

Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet zusammen mit der langjährigen lokalen Partnerorganisation Christian Comission for Development in Bangladesh (CCDB) Nothilfe für die Rohingya-Flüchtlinge. Im Fokus der Maßnahmen steht die Verbesserung der hygienischen Bedingungen. In Ukhia Upazilla, einem Unterbezirk im Distrikt Cox´s Bazar, werden insgesamt 80 Toilettanlagen gebaut. Jede besteht aus fünf Toiletten und einem Abwassertank, der regelmäßig entleert werden kann. So werden die hygienischen Bedingungen für mehr als 1.600 Familien deutlich verbessert. Um den Menschen das Leben in den notdürftigen Unterkünften zu erleichtern, werden zudem 700 Familien mit Decken, Solarlampen und Babykleidung ausgestattet. Damit sich die Haushalte auch Nahrungsmittel zubereiten können, wird ergänzend eine Tonne Brennstoff zum Kochen verteilt.

Diese Seite wurde aktualisert am 27.08.2018