Philippinen: Feste Häuser – glückliche Gesichter

Dienstag, 30. Juni 2015
  • Viele der Familien haben rund um die Häuser bereits Blumen und Gemüsebeete angesetzt. ©Markus Koth/DKH
    Viele der Familien haben rund um die Häuser bereits Blumen und Gemüsebeete angesetzt. ©Markus Koth/DKH
  • Mehr als 1 Jahr nach der Katastrophe haben sich die Familien in ihren sturm- und erdbebensicheren Häuser eingelebt. ©Markus Koth/DKH
    Mehr als 1 Jahr nach der Katastrophe haben sich die Familien in ihren sturm- und erdbebensicheren Häuser eingelebt. ©Markus Koth/DKH

Markus Koth, Mitarbeiter der Diakonie Katastrophenhilfe auf den Philippinen, berichtet von der laufenden Arbeit vor Ort. Die ersten 120 Häuser in Jaro sind fertig! Ein toller Erfolg für das Team von CDRC und viele glückliche und zufriedene Gesichter auf Seiten der Begünstigten!

"Bei einem Besuch in Jaro hatte ich kürzlich die Gelegenheit mit einigen der neuen Hauseigentümer zu sprechen, worüber ich mich sehr gefreut habe – auch, weil sie sich alle sehr positiv äußerten. Bevor das Projekt im letzten Jahr startete, war ich im Mai schon einmal in Tinambacan, einem Stadtteil von Jaro gewesen, an den ich nun zurückkehrte. Es dauert circa 20 Minuten, bis man nach einer Fahrt über eine schlechte Schotterpiste vor Ort ankommt. Damals ging es darum, mit den lokalen Politikern zu klären, ob wir unser Projekt dort umsetzen können. Doch auch schon damals hatte ich die Gelegenheit, mit einigen Menschen zu sprechen.

Ich sprach damals u.a. mit einer über 70 jährigen Frau, die mit ihrem erwachsenen, erblindetem Sohn in einem kleinen Holzhaus lebte sowie mit einer Großmutter, die mit einer Tochter und vier Enkeln in einer kleinen Hütte neben dem Platz hauste, an dem vor dem Taifun ihr Haus gestanden hatte. Von diesem war nach Taifun Haiyan nur noch die aus Zement gegossene Bodenplatte übrig geblieben. Bei beiden dachte ich mir damals, dass es schön wäre, wenn sie von uns ein neues Haus bekommen könnten – und nun hatten sie es!

Auch sie erinnerten sich an unser damaliges Treffen und freuten sich nun, mich wieder zu sehen und sich persönlich für die Unterstützung bedanken zu können. Der schon als Kind erblindete Mann teilte uns mit, dass er sich sehr freuen würde im neuen Haus zu leben, da er sich nun besser zurechtfinden würde und das Leben für ihn dadurch deutlich einfacher geworden wäre.

Auch die alte Frau erzählte sehr bewegt von ihrem Glück und der Verbesserung ihrer Lebenssituation. Der Wind bläst nun nicht mehr durch die Hütte und es kommt kein Regen mehr ins Haus, weswegen die Kinder seltener krank sind. Dadurch, dass nun auch keine Reparaturkosten mehr anfallen, hat sich zudem auch ihre finanzielle Situation verbessert und alle Kinder können zur Schule gehen. Bei meinem Besuch machte die Älteste gerade in einem abgetrennten Bereich, der nun ihr Reich ist, ihre Hausaufgaben – und auch sie strahlte über das ganze Gesicht.

Anschließend besuchte ich auch einmal mehr Ugiao um zu sehen, ob noch immer alles mit den Häusern in Ordnung ist. Nach der Übergabe der Häuser an die Begünstigten in Ugiao, die bereits vor einigen Monaten erfolgte, war es schön bei meiner Rückkehr zu sehen, dass aus der kleinen am Tisch geplanten Nachbarschaft nun eine im wahrsten Sinne des Wortes blühende Gemeinschaft geworden ist. Die Bewohner, die umgesiedelt werden mussten, da sie über kein eigenes Land verfügten, haben sich mittlerweile in ihrer neuen Umgebung eingerichtet und kleine Gärten angelegt – ein deutliches Zeichen dafür, dass sie sich wohl fühlen und darauf bedacht sind, dass alles nett aussieht und gut gepflegt wird!

Bis Ende Juni ist jetzt geplant, auch die zunächst letzten 80 Häuser in Jaro, die in der ersten Projektphase vorgesehen waren, fertigzustellen. Spätestens dann werde ich wohl die Gelegenheit bekommen in noch mehr zufriedenen und glückliche Gesichter zu schauen – und darauf freue ich mich jetzt schon!"