5 Jahre nach Taifun Haiyan: Wiederaufbau unter schwierigen Bedingungen

Donnerstag, 8. November 2018
  • Viele der Familien haben rund um die Häuser bereits Blumen und Gemüsebeete angesetzt. ©Markus Koth/DKH
Die Philippinen sind eines der am stärksten von Naturkatastrophen bedrohten Länder der Welt und zudem besonders von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Das Land wird jährlich von circa 20 Taifunen heimgesucht.

Der 8. November 2013 wir leider in trauriger Erinnerung bleiben: Taifun Haiyan traf mit Geschwindigkeiten von bis zu 350 km pro Stunde auf die Philippinen und hinterließ großflächige Zerstörung. Haiyan gilt als einer der stärksten Wirbelstürme aller Zeiten.

Mehr als 6.000 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben. Viele wurden von herumfliegenden Gebäudeteilen verletzt oder sind in den Fluten ertrunken. Zehntausende wurde zum Teil schwer verletzt. Die Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur waren enorm. Rund 4 Millionen Menschen, darunter die Hälfte Kinder, verloren ihr Zuhause und wurden obdachlos. Die Versorgung der Menschen stellte Hilfsorganisationen vor große Herausforderungen.

Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre lokalen Partnerorganisationen standen den Menschen nach Taifun Haiyan bei und leisteten unmittelbar nach der Katastrophe Soforthilfe für in Not geratene Familien. So wurden in etwa 100 betroffenen Gemeinden Nahrungsmittelpakete, Decken, Matratzen, Schlafmatten, Wassercontainer und Hygienepakete verteilt. Anschließend wurden die Betroffenen beim Wiederherstellen ihrer Lebensgrundlagen unterstützt. In den stark betroffenen Gebieten Leyte und Samar erhielten beispielsweise 7.000 Familien Gemüsesaatgut sowie Geräte für den Anbau. Familien, die vom Fischfang leben, erhielten Material, um ihre vom Sturm beschädigten Boote zu reparieren. Zu den Hilfsmaßnahmen gehörte auch die medizinische und psychosoziale Betreuung von Betroffenen. Zudem erhielten Kinder Schuluniformen, so dass sie wieder am Unterricht teilnehmen konnten.

Der Wideraufbau: Errichtung von sturmsicheren Häusern


Bereits im Frühjahr 2014 begann die Diakonie Katastrophenhilfe mit Wiederaufbau-Projekten. Bis heute konnten dadurch auf der Insel Leyte mehr als 300 Wohnhäuser gebaut werden. Im Vorfeld wurde gemeinsam mit der Partnerorganisation Citizens' Desaster Response Center (CDRC) und Vertretern der lokalen Gemeinden ein Hauskonzept entwickelt, das genau auf die Bedürfnisse der BewohnerInnen zugeschnitten war und ein Höchstmaß an Sicherheit gegenüber Stürmen und Erdbeben gewährleistet. Darüber hinaus wurden Schulen rehabilitiert und ausgestattet, Latrinen gebaut und Systeme zum Gewinnen von Regenwasser installiert.

Wiederkehrende Katastrophen


Auch heuer wurden die Philippinen wieder von mehreren Taifunen getroffen: Supertaifun Mangkhut, der in der Nacht auf 15. September 2018 über den Norden der Philippinen zog, hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Der Sturm entwurzelte Bäume, deckte Dächer ab oder riss ganze Fischerhütten mit sich. Der Regen sorgte für Sturmfluten und Erdrutsche. Mehr als 2.000 Menschen haben ihr Leben verloren.  

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist mit ihrer langjährigen Partnerorganisation CDRC (Citizens Desaster Response Center) vor Ort aktiv. Neben der nötigsten Grundversorgung brauchen die Menschen aber vor allem Hilfe bei der Wiederherstellung ihrer Lebensgrundlagen – sie brauchen Saatgut, damit sie wieder Nahrungsmittel anbauen und ein Einkommen erzielen können. Auch die zerstörten Häuser müssen neu aufgebaut und repariert werden, um ausreichend Schutz zu gewähren.

So können Sie helfen

Mit 25 Euro kann eine Familie mit Lebensmitteln in den ersten Tagen nach dem Sturm versorgt werden. Mit 60 Euro kann eine Familie mit ausreichend Schlafmatten und Plastikplanen versorgt werden. Bargeldhilfen in Höhe von 100 Euro reichen eine Familie, um neues Saatgut zu beschaffen oder erste Reparaturen an ihrem Haus vorzunehmen. Bitte helfen Sie uns, den Opfern der Katastrophe zu helfen – unterstützen Sie unsere Nothilfe mit einer Spende!