Philippinen

Christian

Nothilfe für Betroffene

  • Die Küstenregionen sind nicht nur durch die starken Winde sondern auch durch Sturmfluten besonders stark betroffen. Foto: Paul Jeffrey
Supertaifun Mangkhut, der in der Nacht auf 15. September 2018 über den Norden der Philippinen zog, hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Der Sturm entwurzelte Bäume, deckte Dächer ab oder riss ganze Fischerhütten mit sich. Der Regen sorgte für Sturmfluten und Erdrutsche. Die Zahl der Toten ist auf über 2.000 Personen gestiegen.

Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometer pro Stunde zog Taifun Mangkhut (auch bekannt unter dem lokalen Namen Ompong) am 15. September 2018 über den Norden der philippinischen Hauptinsel Luzon. Viele Straßen waren aufgrund der Regenfälle und Erdrutsche nicht passierbar, zahlreiche Orte von der Außenwelt isoliert. In den betroffenen Regionen leben etwa sechs Millionen Menschen. Viele befinden sich nach wie vor in Evakuierungszentren. Der Norden der Philippinen ist eine arme Region, in der die Menschen vor allem von ihrer Landwirtschaft leben. In manchen Regionen hat der Taifun 80-100% der Ernten zerstört.

Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft vor Ort

Die langjährige Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, CDRC (Citizens Desaster Response Center), begann bereits vor eintreffen des Sturms mit der Mobilisierung von freiwilligen Helfern. Von vier lokalen Netzwerkzentren in den am stärksten betroffenen Regionen aus wurde unmittelbar nach Abzug des Sturms mit der Schadenserhebung begonnen. Als erste Nothilfe-Maßnahme wurden 2.700 Familien in abgelegenen Gebieten der Provinz Cagayan mit ausreichend Lebensmitteln und Materialien versorgt, um die erste Zeit nach der Katastrophe zu überstehen.

Darüber hinaus wurden über die Mitgliedschaft der Diakonie Katastrophenhilfe im internationalen Hilfsnetzwerk ACT Alliance bedürfte Menschen aus  zwölf Gemeinden in den Regionen Ilocos, Cagayan, Cordillera und Cenral Luzon begünstigt. Sie erhalten Nothilfe und Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen. Zu den Maßnahmen gehören Verteilungen von Nahrungsmitteln, Hygienesets, Materialien zur Reparatur von Häusern sowie Saatgut. Außerdem werden Bargeldhilfen ausgegeben, damit die Menschen ihre Lebensgrundlagen wieder aufbauen können. Ergänzend werden auch Kenntnisse in Katastrophenvorsorge vermittelt, damit die Gemeinden für künftige Tropenstürme besser gewappnet sind.

So können Sie helfen

Mit 25 Euro kann eine Familie mit Lebensmitteln in den ersten Tagen nach dem Sturm versorgt werden. Mit 60 Euro kann eine Familie mit ausreichend Schlafmatten und Plastikplanen versorgt werden. Bargeldhilfen in Höhe von 100 Euro reichen eine Familie, um neues Saatgut zu beschaffen oder erste Reparaturen an ihrem Haus vorzunehmen. Bitte helfen Sie uns, den Opfern der Katastrophe zu helfen – unterstützen Sie unsere Nothilfe mit einer Spende!

Die Hilfe nach Haiyan: Nothilfe, Einkommenssicherung und Vorsorge

Die Philippinen sind eines der am stärksten von Naturkatastrophen bedrohten Länder der Welt und zudem besonders von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Das Land wird jährlich von circa 20 Taifunen heimgesucht. Einer davon war 2013 Taifun Haiyan, der mit Geschwindigkeiten von bis zu 350 km pro Stunde am 8. November auf die Philippinen traf und großflächige Zerstörung hinterließ.

Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre lokalen Partnerorganisationen standen den Menschen nach Taifun Haiyan bei und leisteten Soforthilfe für unmittelbar in Not geratene Familien. So wurden in etwa 100 betroffenen Gemeinden Nahrungsmittelpakete, Decken, Matratzen, Schlafmatten, Wassercontainer und Hygienepakete verteilt. Anschließend wurden die Betroffenen beim Wiederherstellen ihrer Lebensgrundlagen unterstützt. In den stark betroffenen Gebieten Leyte und Samar erhielten beispielsweise 7.000 Familien Gemüsesaatgut sowie Geräte für den Anbau. Familien, die vom Fischfang leben, erhielten Material, um ihre vom Sturm beschädigten Boote zu reparieren. Zu den Hilfsmaßnahmen gehörte auch die medizinische und psychosoziale Betreuung von Betroffenen. Zudem erhielten Kinder Schuluniformen, so dass sie wieder am Unterricht teilnehmen konnten.

Errichtung von sturmsicheren Häusern

Bereits im Frühjahr 2014 begann die Diakonie Katastrophenhilfe mit Wiederaufbau-Projekten. Inzwischen konnten auf der Insel Leyte mehr als 300 Wohnhäuser gebaut werden. Im Vorfeld hatte die Hilfsorganisation gemeinsam mit ihrem Partner Citizens' Desaster Response Center (CDRC) und Vertretern der lokalen Gemeinden ein Hauskonzept entwickelt, das genau auf die Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten ist und ein Höchstmaß an Sicherheit gegenüber Stürmen und Erdbeben gewährleistet. Darüber hinaus wurden Schulen rehabilitiert und ausgestattet, Latrinen gebaut und Systeme zum Gewinnen von Regenwasser installiert.

Wiederkehrende Katastrophen

Die jährliche Taifunsaison und weitere Naturkatastrophen wie Erdbeben sowie regelmäßig auftretende Erdrutsche in Folge von extremen Regenfällen, haben innerhalb der philippinischen Gesellschaft und Politik zu einem erweiterten Bewusstsein für die Auswirkungen von Naturkatastrophen und die Notwendigkeit, sich auf diese besser vorzubereiten, geführt. Aber auch wenn die Politik Katastrophenvorsorge in ihren strategischen Plänen und im Gesetz verankert hat und finanziell fördert, brauchen besonders die lokalen Regierungseinheiten Unterstützung, um gemeindebasierte Katastrophenvorsorge durchführen zu können. Zwar gibt es immer häufiger Aktivitäten im Bereich Katastrophenvorsorge und -reaktionsfähigkeit, die Bevölkerung benötigt aber weiterhin Wissen, um Vorsorge- und Linderungsstrategien umzusetzen und sich an den Klimawandel anzupassen.

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Diese Seite wurde aktualisert am 30.10.2018