Philippinen

Christian

Drei Jahre nach Taifun Haiyan

  • Viele der Familien haben rund um die Häuser bereits Blumen und Gemüsebeete angesetzt. ©Markus Koth/DKH
    Viele der Familien haben rund um die Häuser bereits Blumen und Gemüsebeete angesetzt. ©Markus Koth/DKH
Die Philippinen sind eines der am stärksten von Naturkatastrophen bedrohten Länder der Welt und zudem besonders von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Das Land wird jährlich von circa 20 Taifunen heimgesucht. Einer davon war 2013 Taifun Haiyan, der mit Geschwindigkeiten von bis zu 350 km pro Stunde am 8. November auf die Philippinen traf und eine Schneise der Verwüstung hinterließ.

Wiederkehrende Katastrophen
Seit dem Supertaifun im November 2013 wurden die Philippinen immer wieder von starken Wirbeslstürmen getroffen, die nicht nur erneute Zerstörung mit sich brachten, sondern auch Menschen traf, die nach Haiyan gerade dabei waren, sich etwas Neues aufzubauen und sie wieder zurückwarf. Die jährliche Taifunsaison und weitere Naturkatastrophen wie Erdbeben sowie regelmäßig auftretende Erdrutsche in Folge von extremen Regenfällen, haben innerhalb der philippinischen Gesellschaft und Politik zu einem erweiterten Bewusstsein für die Auswirkungen von Naturkatastrophen und die Notwendigkeit, sich auf diese besser vorzubereiten, geführt.

 

Aber auch wenn die Politik Katastrophenvorsorge in ihren strategischen Plänen und im Gesetz verankert hat und finanziell fördert, brauchen besonders die lokalen Regierungseinheiten Unterstützung, um gemeindebasierte Katastrophenvorsorge durchführen zu können. Zwar gibt es immer häufiger Aktivitäten im Bereich Katastrophenvorsorge und -reaktionsfähigkeit, dennoch fehlt es in der Bevölkerung nach wie vor an Wissen, Vorsorge und Linderungsstrategien umzusetzen und sich an den Klimawandel anzupassen. Die stärksten Auswirkungen von Naturkatastrophen treffen zudem die ärmsten Menschen. Die Bevölkerungsgruppe, die von weniger als zwei Euro am Tag lebt, kann die wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen der Katastrophen auch langfristig nicht aus eigener Kraft bewältigen.

 

Die Hilfe nach Haiyan: Nothilfe, Einkommenssicherung und Vorsorge

Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre lokalen Partnerorganisationen standen den Menschen nach Taifun Haiyan bei und leisteten Soforthilfe für unmittelbar in Not geratene Familien. So wurden in etwa 100 betroffenen Gemeinden Nahrungsmittelpakete, Decken, Matratzen, Schlafmatten, Wassercontainer und Hygienepakete verteilt. Anschließend wurden die Betroffenen beim Wiederherstellen ihrer Lebensgrundlagen unterstützt. In den stark betroffenen Gebieten Leyte und Samar erhielten beispielsweise 7.000 Familien Gemüsesaatgut sowie Geräte für den Anbau. Familien, die vom Fischfang leben, erhielten Material, um ihre vom Sturm beschädigten Boote zu reparieren. Zu den Hilfsmaßnahmen gehörte auch die medizinische und psychosoziale Betreuung von Betroffenen. Zudem erhielten Kinder Schuluniformen, so dass sie wieder am Unterricht teilnehmen konnten.

 

Errichtung von sturmsicheren Häusern

Bereits im Frühjahr 2014 begann die Diakonie Katastrophenhilfe mit Wiederaufbau-Projekten. Inzwischen konnten auf der Insel Leyte mehr als 300 Wohnhäuser gebaut werden. Im Vorfeld hatte die Hilfsorganisation gemeinsam mit ihrem Partner Citizens' Desaster Response Center (CDRC) und Vertretern der lokalen Gemeinden ein Hauskonzept entwickelt, das genau auf die Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten ist und ein Höchstmaß an Sicherheit gegenüber Stürmen und Erdbeben gewährleistet. Darüber hinaus wurden Schulen rehabilitiert und ausgestattet, Latrinen gebaut und Systeme zum Gewinnen von Regenwasser installiert.

Die letzten Projekte im Zusammenhang mit Taifun Haiyan laufen noch bis Sommer 2017. Bedingt durch die zahlreichen Stürme, die den Inselstaat jährlich treffen, hat die Diakonie Katastrophenhilfe für CDRC einen Nothilfe-Fonds errichtet, damit die Partnerorganisation auch bei kleineren oder mittleren Katastrophen sofort Hilfe leisten kann.

Diese Seite wurde aktualisert am 05.10.2017