Somalia: Schulbildung für Vertriebene

  • Vor allem für Mädchen in Somalia ist der Schulbesuch ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit. ©Ismail Taxte/DKH
    Vor allem für Mädchen in Somalia ist der Schulbesuch ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit. ©Ismail Taxte/DKH
  • Mit Gutscheine finanzieren die Kinder die Schulgebühren und Lernmaterialien. ©Ismail Taxte
    Mit Gutscheine finanzieren die Kinder die Schulgebühren und Lernmaterialien. ©Ismail Taxte/DKH
  • In einfach eingerichteten Schulräumen finden Kinder wieder eine sicheres Umfeld, um lernen zu können. ©DBG
    In einfach ausgestatteten Schulräumen finden Kinder wieder eine sicheres Umfeld um lernen zu können. ©DBG
Die Einschulungsrate in Somalia ist eine der niedrigsten weltweit: Nur etwa jedes 4. Kind geht zur Schule. Unter den im Zuge des langjährigen Bürgerkriegs Vertriebenen ist die Lage noch verheerender: Nur 1 - 3 Prozent der Vertriebenenkinder geht zur Schule. Ihre Familien sind schlichtweg zu arm, für Lernmaterialien und Schulgeld haben sie keine Mittel. Zudem gibt es auch nur wenige Schulen in den Lagern.

Inzwischen haben zwei Generationen an jungen Menschen in Somalia eine nur sehr lückenhafte Schulausbildung – wenn überhaupt. Mädchen sind hier besonders benachteiligt, denn in der traditionell patriarchalisch geprägten somalischen Gesellschaft messen die Eltern der Bildung der Töchter wenig Bedeutung bei. In den Vertriebenen Camps in Banadir verbessert die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit ihrer Partnerorganisation DBG die Grundversorgung der Vertriebenen und errichtet temporäre Lernstätten. Als Ergänzung dazu steht dieses Projekt, das Kindern im Schulalter eine Grundbildung ermöglicht.

Insgesamt 2.646 Schülerinnen und Schüler können durch das Projekt ein Jahr lang zur Schule gehen. Die Auswahl begünstigt Kinder aus besonders bedürftigen Familien, die sonst keine Chance auf Grundbildung hätten: beispielsweise Familien, die von Frauen geführt werden oder die überdurchschnittlich viele Kinder haben.

Um die Schule zu besuchen werden pro Kind zwei Gutschein (für jeweils ein Halbjahr) ausgegeben. Die Gutscheine sind nur gegen Schulgebühren und Lernmaterialien einzulösen. Unterrichtet werden die Kinder von Lehrern, die selbst Vertriebene sind und ebenfalls in den Camps wohnen. Die Lehrer erhalten von DBG keine Grundzahlung, sondern erhalten die Gutscheine der Kinder, die sie dann in Geld tauschen können. Durch diesen Ansatz führen die Lehrer ihre Lernstätten wie eine einkommensschaffende Maßnahme. Sie werden in die Lage versetzt, für ihren Lebensunterhalt selbst zu sorgen – eine würdevolle Form der Hilfe.

Partnerorganisation: Daryeel Bulsho Guud (DBG)

Finanziert durch: Spenden