Ostafrika

Christian

Hunger und Dürre

  • Die Region Banadir mit der Hauptstadt Mogadishu beherbergt nach neuesten Schätzungen mehr als 500.000 Vertriebene, davon sind seit November 2016 allein 161.000 Menschen aufgrund der aktuellen Dürre hinzugekommen. ©ACT/NCA
    Die Region Banadir mit der Hauptstadt Mogadishu beherbergt nach neuesten Schätzungen mehr als 500.000 Vertriebene, davon sind seit November 2016 allein 161.000 Menschen aufgrund der aktuellen Dürre hinzugekommen. ©ACT/NCA
  • Um frisches Trinkwasser zu bekommen müssen viele Familien lange Fußmärsche zurücklegen. ©Christof Krackhardt
    Um frisches Trinkwasser zu bekommen müssen viele Familien lange Fußmärsche zurücklegen. ©Christof Krackhardt
  • Die Dürre und andauernde Gewalt in Somalia treibt Familien zur Flucht. Vor allem Kinder es besonders hart. ©Ismail Taxte/DKH
    Die Dürre und andauernde Gewalt in Somalia treibt Familien zur Flucht. Vor allem Kinder es besonders hart. ©Ismail Taxte/DKH
  • In Somalia sichert die Diakonie die Trinkwasserversorgung von tausenden Haushalten. ©Håvard Bjelland/NCA
  • Die Anzahl der mangelernährten Kinder ist in den vergangen Monaten weiter angestiegen. ©Christof Krackhardt
    Die Anzahl der mangelernährten Kinder ist in den vergangen Monaten weiter angestiegen. ©Christof Krackhardt
  • Ernteausfälle und gewaltsame Konflikte - dem Südsudan droht eine Hungerkatastrophe.©Paul Jeffrey/ACT
    Ernteausfälle und gewaltsame Konflikte - der Südsudan kommt seit Jahren nicht mehr zur Ruhe.©Paul Jeffrey/ACT
  • Verendetes Vieh der Afar-Nomaden: Verursacht durch die größte Dürre seit 35 Jahren. ©Christof Krackhardt
    Viele Tiere sind wegen der anhaltenden Dürre schon verendet. ©Christof Krackhardt
Viele Länder Afrikas gehören nicht nur zu den ärmsten sondern auch den trockensten der Welt. Der fortschreitende Klimawandel verschärft die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen in Ländern wie Somalia, Kenia oder Äthiopien. Immer wieder bedrohen lang anhaltende Dürren das Leben der Menschen und führen zu Versorgungskrisen. Bewaffnete Konflikte und das Fehlen von staatlichen Strukturen in manchen Ländern der Region verschärfen die Lage zusätzlich. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist mit ihren lokalen Partnerorganisationen im Südsudan, Somalia, Kenia und Äthiopien vor Ort und versorgt die Menschen mit Lebensmitteln, Saatgut und Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Dürre am Horn von Afrika

In den vergangenen Monaten hat sich die Situation in der Region weiter zugespitzt. Die letzten Regenperioden im Herbst und Frühjahr sind weitgehend ausgeblieben oder schwächer ausgefallen als in vorangegangenen Jahren. Der fortschreitende Klimawandel verschärft die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen in Ländern wie Somalia, Kenia oder Äthiopien – ein Gebiet mit mehr als 15 Millionen Menschen.

Viehhirten und Bauern verlieren ihre Lebensgrundlage. Die Folgen reichen in alle Lebensbereiche: Mehr als 2,5 Million Menschen in Somalia haben keinerlei Gesundheitsversorgung. Nicht einmal ein Drittel der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Jedes siebte Kind stirbt noch vor dem fünften Lebensjahr, häufig an leicht vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall oder Malaria. Etwa 1,8 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren gehen nicht zur Schule. In Somalia fehlt den Menschen fast alles, was sie zum Leben brauchen: Nahrung, Wasser, ein festes Dach, Sicherheit, Chancen und Perspektiven. Demgegenüber steht laut Vereinten Nationen aktuell die größte Finanzierungslücke für humanitäre Hilfe seit Jahren.

Die Vereinten Nationen (UN) warnt vor eine der größten Hungerkatastrophen seit 35 Jahren. Clemens von Heimendahl, Leiter des Regionalbüros in Afrika der Diakonie Katastrophenhilfe Deutschland, berichtet alarmierendes.

Schon seit Monaten  beobachten wir die Lage am Horn von Afrika mit Sorge. Zwischen Oktober und Dezember kommt es normalerweise zu Regenfällen. Doch die sind diesmal ausgeblieben, oder deutlich schwächer als sonst gekommen. Betroffen sind Somalia, das südöstliche Äthiopien und der Nordosten Kenias – ein Gebiet mit mehr als 15 Millionen Menschen.
Clemens von Heimendahl

Hungernotstand in Teilen des Südsudan
Gründe für die massive Nahrungsmittelkrise im Land sind die andauernden Konflikte, die Menschen in die Flucht treiben. Hinzu kommt, dass Straßen aus Sicherheitsgründen blockiert oder nur unter erheblichen Risiken passierbar sind. Auch die hohe Inflation trägt dazu bei, dass Menschen flüchten. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Mais, Sorghum oder Bohnen sind stark gestiegen und werden dadurch für viele Menschen unbezahlbar. Durch den andauernden Konflikt spitzt sich die ohnehin schwierige Versorgungslage im Südsudan weiter zu. Durch die Flucht können die Vertriebenen ihre Felder nicht mehr bestellen oder abernten. Zudem meiden Händler aus Angst vor Angriffen die Kampfgebiete, so dass einige lokale Märkte leer bleiben.

Diakonie leistet Katastrophenvorsorge und Nothilfe

In besonders schwer betroffenen Regionen leistet die Diakonie bereits Nothilfe über ihr Netzwerk von lokalen Partnerorganisationen. Im Südsudan wird das Schulspeisungsprogram für Kinder und Jugendliche weiter ausgebaut (mehr als 15.000 Kinder erhalten so täglich eine warme Mahlzeit) bzw. Projekte zur Gesundheitsvorsorge gestartet. In Äthiopien werden besonder gefährdete Menschen wie Kinder und Mütter mit Nahrungsmittel versorgt und die Trinkwasserversorgung für Mensch und Tier sichergestellt.
Um besser auf die in den kommenden Wochen erwarteten Regenfälle in Somalia vorbereitet zu sein werden Shelter-Kits verteilt und besonders gefährdete Familien mit Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser versorgt. In Kenia werden Programme zur Katastrophenvorsorge ausgebaut. In Feldschulen tauschen sich die lokalen Bauern über Anbaumethoden aus und können so voneinander lernen.

So können Sie helfen

Damit die Hilfsmaßnahmen laufend erweitert werden können sind die lokalen Partnerorganisationen der Diakonie auf Spenden angewiesen. Schon jetzt ist absehbar, dass Dürre und Überflutungen die humanitäre Notsituation der Menschen in weiten Teilen Afrikas weiter verschlechtern wird.

Diese Seite wurde aktualisert am 05.10.2017