Nepal

Zwei Jahre nach dem Erdbeben
  • Sarita Tamang auf den Mauern ihres neuen Hauses. ©Thomas Lohnes/DKH
    Sarita Tamang auf den Mauern ihres neuen Hauses. ©Thomas Lohnes/DKH
  • Um eine neue Lebensgrundlage zu schaffen wurde an Bauersfamilien Saatgut und Werkzeug verteilt. Die erste Ernte hat die rund 7.500 Familien sicher durch den Winter gebracht. ©LI-Bird/DKH
    Um eine neue Lebensgrundlage zu schaffen wurde an Bauersfamilien Saatgut und Werkzeug verteilt. Die erste Ernte hat die rund 7.500 Familien sicher durch den Winter gebracht. ©LI-Bird/DKH
  • Beim Wiederaufbau beraten und unterstützen Fachleute die Beteiligten beim Bau. Auf diese Weise werden Handwerkskräfte ausgebildet und mit dem erdbebensicheren Bau vertraut gemacht. ©Paul Jeffrey/ACT
    Beim Wiederaufbau beraten und unterstützen Fachleute die Beteiligten beim Bau. Auf diese Weise werden Handwerkskräfte ausgebildet und mit dem erdbebensicheren Bau vertraut gemacht. ©Paul Jeffrey/ACT
  • Mit der Verteilung von Grundnahrungsmitteln hilft die Diakonie und ihre Partner aus der ACT Alliance betroffene Menschen zu versorgen. ©Paul Jeffrey/ACT
    Mit der Verteilung von Grundnahrungsmitteln half die Diakonie und ihre Partner aus der ACT Alliance nur wenige Stunden nach dem Erdbeben betroffene Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. ©Paul Jeffrey/ACT
Die Folgen der verheerenden Erdbeben vom 25. April und 12. Mai 2015 sind in Nepal noch immer sichtbar. Auch zwei Jahre nach der großen Zerstörung laufen die Wiederaufbauprojekte der Diakonie Katastrophenhilfe und zeigen Fortschritte.

Nie zuvor hatten die Menschen in Nepal eine Naturkatastrophe solchen Ausmaßes erlebt: 8.500 Menschen verloren ihr Leben und Millionen wurden obdachlos. 600.000 Häuser brachen zusammen, 288.000 wurden schwer beschädigt. Trümmerberge und Ruinen prägten das Bild in den Dörfern. Felder wurden verwüstet, Nachbeben und Erdrutsche verschlimmerten die Lage. Viele Menschen übernachteten im Freien und wussten nicht, wovon sie sich ernähren sollten.

Schnelle Hilfe rettete Menschenleben

Dank der raschen Koordinierung mit den lokalen Partnern der ACT Alliance konnte die Hilfe innerhalb von nur weniger Stunden anlaufen. So wurden nach nur sechs Monaten mehr als  400.000 Betroffene mit Hilfsgütern wie Lebensmittel, Trinkwasser, Hygieneartikel und Decken versorgt. Bis in den Oktober hinein wurden Wellblech, Planen und anderes Baumaterial zur Verfügung gestellt, um den Familien zu ermöglichen, sich Notunterkünfte zu errichten und ihre Häuser zu reparieren. Mit einem „Cash-Transfer Programm“ wurden mehr als 10.000 Haushalte erreicht und mit finanziellen Mitteln unterstützt, um Übergangsunterkünfte aufzubauen und rechtzeitig Schutz vor dem einsetzenden Monsun zu haben. 

Wiederaufbau und Sicherung der Lebensgrundlagen

Während 2015 Not- und Überlebenshilfe im Vordergrund standen, konzentriert sich die Hilfe seit 2016 auf den Wiederaufbau. Sie steht noch immer vor immensen Herausforderungen, wie unpassierbaren Straßen und Wegen oder abgelegenen Hochgebirgsdörfern, die nur per Hubschrauber oder Maultier erreichbar sind.

In zwölf Distrikten sind Mitglieder der ACT Alliance sowie lokale Partner der Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort und unterstützen Gemeinden bei der Reparatur von Straßen und Trinkwasserversorgung, dem Wiederaufbau von Brunnen und der Errichtung von erdbebensicheren Häusern. Außerdem laufen in zahlreichen Gemeinden Hygiene-Schulungen sowie Kampagnen für eine bessere Sanitärversorgung.

Ich habe schon einiges gewusst über den Bau von Häuser, aber dank dem Training habe ich vieles über erdbebensichere Bauweise gelernt. Auf machne Dinge haben wir bisher nicht so geachtet. Ich bin froh darüber, dass ich jetzt auch andere Menschen in unseren Dörfern darin trainiern darf.

Bhagwati Tamagn - sie erhielt ein Training für den Bau von erdbebensicheren Häusern.

Saatgut für eine neue Lebensgrundlage

Das Beben hat den Menschen aber nicht nur ihr Zuhause genommen. Hunderttausende können sich noch nicht wieder selbst ernähren. Die meisten Kleinbauernfamilien haben ihre Lebensgrundlagen und ihr Einkommen verloren. Erdrutsche haben die Anbauflächen verwüstet und Saatgutvorräte vernichtet. „Die Felder liegen an extrem steilen Hängen, angebaut wird traditionell auf Terrassen. Die müssen erst geräumt und wieder hergerichtet werden“, sagt Pinar Gögkun.

Damit die Bauern wieder etwas anbauen können, wurden in Dhading schon im Sommer 2015 in vier Gemeinden der bis zu 8.000 Meter hoch gelegenen Region Saatgut für Gemüse und Getreide sowie landwirtschaftliches Gerät ausgegeben. Die erste Ernte hat die rund 7.500 Familien sicher durch den Winter gebracht. In den beiden Distrikten Sindhupachok und Dolakha haben über 16.000 Kleinbauernfamilien an das Klima angepasstes Saatgut und Werkzeug für den Neuanfang bekommen. Folien zum Abdecken sollen die jungen Pflanzen schützen. Spezialsäcke helfen das Saatgut vor Nässe zu schützen.

Diese Seite wurde aktualisert am 25.07.2017