Myanmar

Gewalt und Vertreibung
  • In den Lagern herrschen schlimme Zustände. Die Menschen benötigen dringend Nahrung, Wasser, Schutz und medizinische Versorgung. ©ICCO/ACT
  • Die Meisten stranden in Vertriebenenlagern unweit der Grenze. Viele schlafen nach ihrer Ankunft unter freiem Himmel oder in notdürftig errichteten Zelten. ©ICCO/ACT
  • Wenn die Menschen in Bangladesch ankommen, haben sie eine lange, beschwerliche und riskante Reise hinter sich. ©ICCO/ACT
Myanmar gehört zu den Ländern mit dem höchsten Katastrophenrisiko in Südostasien. Immer wieder wird das Land von Zyklonen, Überschwemmungen, Erdrutschen, Dürren Erdbeben und Waldbränden heimgesucht. Hinzu kommen menschengemachte Katastrophen: Gewalttätige Konflikte zwischen verschiedenen Volksgruppen erschüttern das Land immer wieder. Seit 2012 wurden mehrere hunderttausend Angehörige der ethnischen Minderheit „Rohingya“ in Myanmar Opfer von Menschenrechtsverletzungen, Gewalt und Vertreibung.

Ungewisse Zukunft der Rohingya
Die Rohingya sind eine staatenlose muslimische Minderheit, die seit Jahrzehnten unter Diskriminierung und extremer Armut leidet. Angehörige der Volksgruppe werden an der Ausübung ihrer Grundrechte gehindert und können sich nur eingeschränkt im Land bewegen. Sie erhalten keinen freien Zugang zu Märkten, Banken, Gesundheitseinrichtungen und dürfen keine staatlichen Schulen besuchen. Ein Großteil der Vertriebenen muss daher auch noch Jahre nach der Vertreibung in den Vertriebenencamps verbleiben und  ist vollkommen abhängig von der Unterstützung durch Hilfsorganisationen. Da die ethnischen Spannungen weiter fortbestehen, schauen die Rohingya in eine ungewisse Zukunft.

Hilfsbedarf in den Vertriebenenlagern ist enorm

Die Lebensumstände in den Camps und Wohngebieten der Vertriebenen sind äußerst schwierig: Die Hilfsgüter, die dort verteilt werden, reichen nicht aus. Zudem sind viele temporäre Unterkünfte nicht mehr bewohnbar und die Bildungsangebote für Kinder völlig unzureichend. Da es kaum Möglichkeiten gibt, eine existenzsichernde Beschäftigung zu finden, kommt es zu Spannungen, gerade unter den jüngeren Bewohnern unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen.

Erneut eskalierende Gewalt in Rhakine

Ende August 2017 ist in Rakhine eine neue Welle der Gewalt ausgebrochen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden mindestens 450 Häuser der Rohingya im Norden des Bundesstaates in Brand gesteckt. Auslöser der Gewalt war ein Angriff von Rohingya-Rebellen auf einen staatlichen Wachposten, der zu einem Gegenangriff der Armee mit mehr als 400 Toten führte.

Seitdem sind über 500.000 Rohingya über die Grenze nach Bangladesch geflohen. Sie haben tagelange Fußmärsche oder riskante Überfahrten über das Meer auf sich genommen. Viele Flüchtlinge erreichen die Gemeinden hinter der Grenze verletzt: Sie berichten von Angriffen während der Flucht, von Schüssen, Bränden, Landminen und Vergewaltigungen. Die meisten Flüchtlinge sind Frauen, darunter auch Mütter mit Neugeborenen, die völlig erschöpft in den Lagern Schutz suchen. Viele schlafen nach ihrer Ankunft unter freiem Himmel oder in notdürftig errichteten Zelten. Sie haben weder Nahrungsmittel noch Trinkwasser.

So helfen wir

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist mit den Partnern des weltweiten kirchlichen Netzwerks ACT Alliance in Bangladesch aktiv. Die zusätzlichen Hilfsmaßnamen für die vertriebenen Rohingya laufen an: Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen verteilen wir dringend benötigte Lebensmittel und Hygieneartikel sowie Zelte, Decken und Planen, damit sich die Menschen besser vor der Witterung schützen können.

Diese Seite wurde aktualisert am 19.10.2017