Irak

Hilfe für Binnenvertriebene
  • Flüchtlinge aus Mossul werden in umliegenden Flüchtlingscamps mit dem Nötigsten versorgt. ©REACH
    Flüchtlinge aus Mossul werden in den umliegenden Flüchtlingscamps mit dem Nötigsten versorgt. ©REACH
  • Vor allem Familien mit Kindern kommen geschwächt in den vorbereiteten Flüchtlings-Camps rund um Mossul an.©LWF / Seivan M.Salim
    Vor allem Familien mit Kindern kommen geschwächt in den vorbereiteten Flüchtlings-Camps rund um Mossul an.©LWF / Seivan M.Salim
  • Zwei Frauen nähen Gewand mit einer Nähmaschine
    Zur Schaffung von Einkommen werden Kurse und Fortbildungen angeboten und kleine Beträge für Start-Ups zur Verfügung gestellt. ©Christoph Püschner/DKH
  • Kinder aus dem Gemeindezentrum Bazyan stehen im Halbkreis für ein Gruppenfoto
    Im Gemeindezentrum in Bazyan haben syrische Flüchtlingskinder eine altersgerechte Betreuung und psychosoziale Begleitung. ©Christoph Püschner/DKH
  • Mitarbeiterinnen der Diakonie Katastrophenhilfe bei einer Bewässerungsanlage
    Mit der Rehabilitierung und Errichtung von Dämmen, Bewässerungssystemen und anderen Wasserversorgungsanlagen wird die Wasserversorgung in der Region gesichert. ©Christoph Püschner/DKH
Knapp 250.000 Menschen aus Syrien suchen seit Beginn des Bürgerkrieges im Jahr 2011 Schutz im Irak. Doch auch dort ist die Lage unsicher: Kämpfe der irakischen Armee und Peshmerga Truppen gegen den IS schlagen Menschen in die Flucht. Hinzu kommen über 3,3 Millionen Irakerinnen und Iraker, die in sichere Regionen ihres Landes geflohen sind. Durch die laufende Mossul-Offensive ändert sich die Situation für die Menschen in der Region täglich.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden bisher mehr als 100.000 Menschen aus der Stadt und ihre umliegenden Dörfern vertrieben. Je weiter die internationalen Koalitionsstreitkräfte in Richtung Stadtzentrum vorrücken, desto schwieriger wird es für Flüchtlinge, von der Stadt und den umliegenden Dörfern in sichere Gebiete zu gelangen. Viele Familien wollen ihre Häuser nicht verlassen – denn der sogenannte Islamische Staat, kurz „IS“, droht damit, Fliehende umzubringen oder als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Zudem ist die Gefahr groß, in die Schusslinie unterschiedlicher Truppen zu geraten.

Mossul-Offensive - Hilfe unter schwierigsten Bedingungen
Wie viele Menschen sich tatsächlich noch in der Stadt aufhalten, ist nicht genau bekannt. Sowohl in der autonomen Region Kurdistan als auch auf irakischem Gebiet um Mossul wurden zahlreiche Camps errichtet und mit Hilfsmaterialien ausgestattet. Die unvorhersehbare Lage in und um Mossul stellt humanitäre Helfer vor größte Herausforderungen und fordert ihnen hohe Flexibilität ab. So ist zurzeit völlig unklar, an welchen Orten die größten Hilfsbedarfe entstehen werden. Auch zeigt sich, dass Orte unterschiedlich schwer erreichbar sind – je nach dem, von wem sie kontrolliert werden. Die Mitarbeiter von REACH Iraq planen die Auslieferungen von Hilfsgütern mit äußerster Vorsicht und stehen täglich im Austausch mit lokalen Behörden, Vereinten Nationen und der kurdischen Regionalregierung. In einer ersten Phase wurdenmehr als 4.600 Pakete mit Lebensmittel und Kochgeschirr an Familien auf der Flucht verteilt. 
Der bevorstehende Winter verschlimmert die ohnehin besorgniserregende Lage. Die Diakonie Katastrophenhilfe plant aktuell mit ihrer Partnerorganisation REACH Iraq neue Hilfsmaßnahmen, die noch weitere Zielgruppen mit einschließen.

Familien haben kein Einkommen
Neben der Hilfe in Folge der Mossul-Offensive unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt gemeinsam mit ihrem Partner REACH (Rehabilitation, Education and Community’s Health) sowohl die syrischen Flüchtlinge, als auch die intern vertriebenen Irakerinnen und Iraker auch in anderen Regionen unter anderem mit Nahrungsmittel-, Hygiene- und Gesundheitspaketen, Mietzuschüssen und psychosozialer Hilfe. Mit „cash for work“-Maßnahmen leistet das Hilfswerk außerdem einen Beitrag dazu, Familien ein Einkommen zu schaffen. Hier helfen die Begünstigten den Projektmitarbeitenden bei den Pack- und Verteilaktionen: sie werden auf Tagessatzbasis dafür entlohnt, die Lebensmittelpakete zu füllen und an den Verteilungstagen mitzuhelfen, diese auszugeben sowie die Verteilungen adäquat zu dokumentieren.

Gemeindezentren als schützender Raum

In den Städten Bazyan und Bainjan (Provinz Suleimaniyah) wurden in Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner zwei Gemeindezentren eröffnet, ein drittes, im Zentrum der Stadt Suleimaniyah, wird momentan eingerichtet. Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, den Flüchtlingen und der gastgebenden Gemeinde einen gemeinsamen Raum zu geben und Spannungen ab zubauen. Die Gemeindezentren bieten unter anderem spielerische Aktivitäten und Kunsttherapie für Kinder und Jugendliche an, Workshops& zu Rechten von Flüchtlingen, Ernährungsworkshops, Englischunterricht, Alphabetisierungskurse für Erwachsene, Workshops zu Gesundheit und Hygiene sowie Rechtsberatung an. Bei Bedarf werden die Menschen auch an spezialisierte Einrichtungen überwiesen. Mit beruflichen Trainings und der Unterstützung von Kleinunternehmen legt die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit REACH außerdem im Nordirak den Grundstein für neue Einkommensmöglichkeiten für syrische Flüchtlinge und irakische Vertriebene.

Diese Seite wurde aktualisert am 23.03.2017