Irak

Hilfe für Vertriebene im Nordirak
  • Zwei Frauen nähen Gewand mit einer Nähmaschine
    Zur Schaffung von Einkommen werden Kurse und Fortbildungen angeboten und kleine Beträge für Start-Ups zur Verfügung gestellt. ©Christoph Püschner/DKH
  • Kinder aus dem Gemeindezentrum Bazyan stehen im Halbkreis für ein Gruppenfoto
    Im Gemeindezentrum in Bazyan haben syrische Flüchtlingskinder eine altersgerechte Betreuung und psychosoziale Begleitung. ©Christoph Püschner/DKH
  • Mitarbeiterinnen der Diakonie Katastrophenhilfe bei einer Bewässerungsanlage
    Mit der Rehabilitierung und Errichtung von Dämmen, Bewässerungssystemen und anderen Wasserversorgungsanlagen wird die Wasserversorgung in der Region gesichert. ©Christoph Püschner/DKH
242.000 Menschen aus Syrien suchen seit Beginn des Bürgerkrieges im Jahr 2011 Schutz im Irak. Seit dem gewaltsamen Vormarsch des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) im Juni 2014 wurden zusätzlich mehr als drei Million Menschen innerhalb ihres Landes vertrieben – die meisten von ihnen haben in den kurdischen Gebieten Schutz gesucht.

Zuletzt wurde die Stadt Mossul, die letzte Hochburg des IS im Irak, von den irakischen Truppen und ihren Verbündeten zurückerobert. Doch auch wenn die Kämpfe vorbei sind, so ist die humanitäre Krise noch lange nicht beendet. Nach neuesten Schätzungen der Vereinten Nationen sind mindestens 11 Millionen Menschen im Irak auf Humanitäre Hilfe angewiesen.

Zukunftsperspektiven entwickeln
Schon in 2015 hat die Diakonie Katastrophenhilfe zudem mit Maßnahmen begonnen, die den Geflüchteten und Einheimischen Zukunftsperspektiven bieten sollen. Schulen und Basisgesundheitsstationen wurden renoviert und für größere Kapazitäten ausgestattet, um der zusätzlichen Bevölkerung Zugang zu diesen Grunddiensten zu verschaffen. Mit beruflichen Trainings und der Unterstützung von Kleinunternehmen legt die Diakonie Katastrophenhilfe zudem den Grundstein für neue Lebensgrundlagen und Einkommensmöglichkeiten für syrische Flüchtlinge und irakische Vertriebene.

In ländlichen Gegenden werden außerdem die landwirtschaftliche Produktion und die Einbindung von Vertriebenen in diese Tätigkeit unterstützt. Bei diesen mittelfristigen Maßnahmen geht es darum, die Abhängigkeit der Geflüchteten von humanitärer Hilfe zu reduzieren und die derzeit geschwächte Wirtschaft der Region zu stärken.

Gemeindezentren als schützender Raum

In den Städten Bazyan und Bainjan (Provinz Suleimaniyah) wurden in Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner zwei Gemeindezentren eröffnet, ein drittes, im Zentrum der Stadt Suleimaniyah, wird momentan eingerichtet. Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, den Flüchtlingen und der gastgebenden Gemeinde einen gemeinsamen Raum zu geben und Spannungen ab zubauen. Die Gemeindezentren bieten unter anderem spielerische Aktivitäten und Kunsttherapie für Kinder und Jugendliche an, Workshops& zu Rechten von Flüchtlingen, Ernährungsworkshops, Englischunterricht, Alphabetisierungskurse für Erwachsene, Workshops zu Gesundheit und Hygiene sowie Rechtsberatung an. Bei Bedarf werden die Menschen auch an spezialisierte Einrichtungen überwiesen.

Humanitäre Hilfe für Vertriebene
Neben der Hilfe in Folge der Mossul-Offensive unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe gemeinsam mit ihrem Partner REACH (Rehabilitation, Education and Community’s Health) sowohl die syrischen Flüchtlinge, als auch die intern vertriebenen Irakerinnen und Iraker unter anderem mit Nahrungsmittel-, Hygiene- und Gesundheitspaketen, Mietzuschüssen und psychosozialer Hilfe. Mit „cash for work“-Maßnahmen helfen den Familien wieder ein eigenes Einkommen zu verdienen.

Diese Seite wurde aktualisert am 25.07.2017