Griechenland, Serbien

Hilfe für Flüchtlinge
  • In Lagerhallen neben dem Hauptbahnhof von Belgrad leben rund 800 junge Männer in einem inoffiziellen Flüchtlingscamp. Die Lebensbedingungen vor Ort sind katastrophal. ©Ben Nausner
    In Lagerhallen neben dem Hauptbahnhof von Belgrad leben rund 800 junge Männer in einem inoffiziellen Flüchtlingscamp. Die Lebensbedingungen vor Ort sind katastrophal. ©Ben Nausner
  • Verteilung von warmen Mahlzeiten, Hygieneartikeln und warmer Kleidung in der Nähe von Belgrad. ©Philanthropy/ACT
    Verteilung von warmen Mahlzeiten, Hygieneartikeln und warmer Kleidung in einem Camp in der Nähe von Belgrad. ©Philanthropy/ACT
  • Viele Kleinkinder in den Camps sind bereits in Griechenland oder Serbien geboren. Sie kennen nur ein Leben auf der Flucht. ©Ben Nausner
    Viele Kleinkinder in den Camps sind bereits in Griechenland oder Serbien geboren. Sie kennen nur ein Leben auf der Flucht. ©Ben Nausner
  • Ein kleiner Junge wartet mit seiner Familie, nach seiner Ankunft auf der griechischen Insel Chios, auf Weiterreise. ©Hermann Bredehorst/DKH
    Ein kleiner Junge wartet mit seiner Familie, nach seiner Ankunft auf der griechischen Insel Chios, auf Weiterreise. ©Hermann Bredehorst/DKH
  • Im Hotspot Vial auf Chios sind ungefähr 1000 Menschen untergebracht. Der Großteil sind Frauen und Kinder. ©Ben Nausner
    Im Hotspot Vial auf Chios sind ungefähr 1000 Menschen untergebracht. Der Großteil sind Frauen und Kinder. ©Ben Nausner/DKH
  • Im Camp in Agios Andreas werden täglich warme Mahlzeiten verteilt, um eine ausgewogene Ernährung zu sichern.
    Im Camp in Agios Andreas werden täglich warme Mahlzeiten verteilt, um eine ausgewogene Ernährung zu sichern. ©Ben Nausner/DKH
Insgesamt über 173.400 Menschen flüchteten 2016 über das Mittelmeer nach Griechenland. Seit der Schließung der Balkanroute im März 2016 werden ankommenden Menschen in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln bzw. am Festland untergebracht. Bis heute leben sie in prekären Lebensbedingungen. Auch in Serbien sind aktuell 7.700 Flüchtlinge die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Der lang anhaltende Winter am Balkan erschwert die Situation für die Menschen auf der Flucht. Die Diakonie unterstützt die Hilfe von lokalen Partnerorganisationen in Griechenland und Serbien.

In den vergangenen Wochen sind die Temperaturen in Serbien und Griechenland erst langsam wieder in die Plusgrade gestiegen. Der bitterekalte Winter hat die Anzahl der Menschen die mit Schleppern nach Europa einreisen noch weiter reduziert. All jene Menschen die bereits in Griechenland und Serbien sind, hoffen auf eine Weiterreise und die Möglichkeit Asyl anzusuchen. Die Unterbringungen in denen sie Leben entsprechen dabei oft nicht den humanitären Mindeststandards. Vor allem Kinder, Frauen oder ältere Menschen sind auf besondere Unterstützung angewiesen.

Serbien: Hoffen auf eine Weiterreise

Für einen Großteil der Flüchtlinge, die es nach der gefährlichen Flucht bis an die Außengrenze der europäischen Union schaffen, bleibt Serbien die vorläufige Endstation ihrer Reise. Daran glauben will aber niemand so recht. Zu groß waren die Anstrengungen, um bis hierher zu kommen. In alten Hotels, Krankenhäusern, Containerdörfern oder beheizte Großzelten, die umfunktioniert wurden, haben sie eine mittlefristige Bleibe gefunden. Dort warten viele von ihnen schon seit Monaten auf eine Möglichkeit um Asyl in der EU anzusuchen.

Sobald die Temperaturen wieder steigen, erwarten wir eine größere Zahl von Flüchtlingen, die sich über Bulgarien auf den Weg nach Serbien macht. Wenn sie ankommen, ist ihr Zustand meist sehr schlecht und sie brauchen neues Gewand, Hygieneartikel und medizinische Betreuung.
Dragana Levicana., Mitarbeiterin der lokalen Partnerorganisation Philanthropy in Serbien

Die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet eng mit lokalen Partnerorganisationen in Serbien zusammen und unterstützt die Nothilfe von neuankommenden Flüchtlingen und ihre Versorgung in den Flüchtlingscamps. In den kommenden Wochen sind noch weitere Hilfsmaßnahmen geplant.

Fest Unterkünfte als Schutz vor Kälte in Griechenland

Schon im Herbst hatte die Diakonie Katastrophenhilfe, zusammen mit ihren Partnern in Griechenland, in den laufenden Projekten Maßnahmen getroffen, um die Menschen für den Winter zu wappnen. So wurden in Katerini, im Nord-Osten des Landes, durch die griechisch-evangelische Kirche zahlreiche Wohnungen angemietet. „Dort konnten wir auch jesidische Flüchtlingsfamilien mit Kleinkindern unterbringen, die zuvor in Zelten am Mount Olympus wohnen mussten, obwohl der Schnee schon einige Zentimeter hoch lag,“ berichtet Markus Koth, der die Projekte der Diakonie Katastrophenhilfe in Serbien und Griechenland koordiniert. Die Partnerorganisation Mercy Corps hatte zudem auf Lesbos schon im Oktober Geldkarten verteilt, mit denen sich die Flüchtlinge beispielsweise durch den Kauf von Winterkleidung auf die kalte Jahreszeit einstellen konnten. Aktuell werden weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge in Athen vorbereitet.

Gemeinschaftszentrum in Thessaloniki

Ende 2016 hat die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit der Partnerorganisation EMT (Ecological Movement of Thessaloniki) ein Gemeinschaftszentrum für Flüchtlinge im Nordosten Griechenlands eröffnet.
Viele der Flüchtlinge denen ich begegne sind vom Erlebten und den Strapazen der Flucht schwer traumatisiert. Mit dem Gemeinschaftszentrum bieten wir ihnen die Möglichkeit mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Sie können an Selbsthilfegruppen teilnehmen, Informationen zum Asylverfahren bekommen oder eine warme Mahlzeit bei uns essen.
Markus Koth, Flüchtlingshilfe-Koordinator Diakonie Katastrophenhilfe

Darüber hinaus werden Mit multikulturellen Veranstaltungen, Tanz- und Musikgruppen wird der soziale Zusammenhalt innerhalb der Community gestärkt. Um besonders gefährdete Personengruppen wie alleinerziehende Mütter zu schützen werden Appartments angemietet. 
Neben Thessaloniki ist die Diakonie Katastrophenhilfe auch in der Region Attika aktiv. Die Partnerorganisationen IOCC (International Orthodox Christian Charities) und Apostoli leisten Ernährungssicherung für mehr als 1.400 Flüchtlinge. So werden in einem Camp individuelle Küchen in Wohncontainern gebaut, in denen sich die Flüchtlinge eigene Mahlzeiten gemäß ihrer Bedarfe zubereiten können. Außerdem wird den Flüchtlingen dabei geholfen, ihre Kinder in Bildungsprogramme einzuschreiben und ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen. Damit werden Voraussetzungen geschaffen, dass sich die Kinder der Flüchtlingsfamilien in die Gastgemeinden integrieren. 

So können Sie helfen

Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner vor Ort versorgen die Flüchtlinge mit warmen Mahlzeiten, sauberem Trinkwasser und Hygieneartikeln, um die größte Not zu lindern.
Darüber hinaus werden Informationsmaterial, psychosoziale Betreuung und Unterkünfte für besonders gefährdete Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. 
Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende und setzen mit uns ein Zeichen für die Menschlichkeit. Unterstützen Sie uns dabei die Lebensbedinugngen von Flüchtlingen entlang der Balkanroute zu verbessern.

Online Spenden für Flüchtlinge in Südosteuropa

Diese Seite wurde aktualisert am 05.10.2017