Haiti: Zerstörung nach Hurrikan größer als befürchtet – Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort aktiv

Sonntag, 9. Oktober 2016
Vom Hurrican und den Überflutungen zerstörtes Haus in Haiti
Ganze Städte wurden verwüstet. Häuser abgedeckt, Ernten zerstört. Besonders der Südwesten des Landes, wo der Hurrikan mit voller Wucht auf Land getroffen ist, ist weiter nur sehr schwer zugänglich. Bild: CA/ACT

Hungerkrise und Ausbruch einer Choleraepidemie werden befürchtet

Hurrikan Matthew ist am 4. Oktober 2016 auf den Südwesten der Karibikinsel Haiti getroffen. Seine langsame Zuggeschwindigkeit und extrem große Regenmengen haben zu schweren Überflutungen geführt.

Unklarheit herrscht noch über die Zahl der Todesopfer. Offiziell wurden bislang mehr als 336 Tote bestätigt. Inoffizielle Meldungen gehen derzeit von mehr als 900 Todesopfern aus.

„Mehr als 750.000 Menschen sind wegen der Überflutungen jedenfalls auf Not-Hilfe angewiesen, mindestens 60.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Aufgrund zerstörter oder nicht passierbarer Straßen kommen Hilfskräfte nur schwer in die am schlimmsten betroffenen Gebiete", berichtet Sylvie Savard, Leiterin des Projektbüros der Diakonie Katastrophenhilfe in Port-au-Prince. „Außerdem hat der Hurrikan mit den Feldern und Tieren auch die Lebensgrundlage der Landbevölkerung fortgespült. Eine Hungerkrise im Land ist deshalb schon jetzt absehbar", betont Savard.

„Wir müssen auch eine Zunahme der Cholera befürchten", berichtet Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe Österreich. Sie bezieht sich auf die Meldung von bereits mehr als 28.000 Fällen in diesem Jahr, schon vor dem Hurrikan. „Durch die Überschwemmungen hat sich die Trinkwasser- und Hygienesituation in vielen Gebieten jetzt dramatisch verschlechtert", so Lassmann.

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist seit dem Erdbeben 2010 auf der Insel aktiv und unterstützt bis heute Projekte für den Wiederaufbau und zur Katastrophenvorsorge. „Dadurch konnte jetzt die Nothilfe über unser starkes Partnernetzwerk ACT Alliance auch schnell gestartet werden.

Bereits gestern wurden hunderte Hygienepakete und Notfallspakete mit Decken und Planen an die Menschen in der Region um Bainet verteilt", so Lassmann.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden für die anlaufende Hilfe:

Spendenkonto:

Diakonie Katastrophenhilfe
Kennwort: Haiti Hurrikan
IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333

Onlinespenden: www.diakonie-katastrophenhilfe.at/spenden

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